Monate: Juni 2015

J. Kenner

Ein Schatz fürs Bücherregal

In meiner Bibliothek haben sie einen Ehrenplatz: signierte Bücher. Für mich ist es immer ein ganz besonderer Moment, einen Autor oder eine Autorin kennenzulernen, deshalb liebe ich Lesungen und Autorenveranstaltungen. Bisher war da nur die Geschichte, auf einmal ist da ein Mensch. Ich staune, wie er oder sie es geschafft hat, Gedanken aufzuschreiben, die doch meine sein könnten, Figuren zu schaffen, dir mir ans Herz gewachsen sind, Gefühle in mir auszulösen. Wenn ein Buch signiert ist, erinnert es mich daran, dass ein Mensch viel Liebe und Herzblut in diese Zeilen gesteckt hat – und das macht die Lektüre für mich noch wertvoller. Vor Kurzem durfte ich J. Kenner persönlich treffen und war völlig hingerissen von der sympathischen Autorin. Natürlich habe ich sie gebeten, Bücher für mich zu signieren – und für euch gleich mit! Wenn ihr Fans von Nikki und Damien aus J. Kenners Stark-Serie seid, habe ich gleich zwei gute Nachrichten für euch: Heute erscheint endlich die Fortsetzung der Serie Dir gehören. Und zur Feier des Tages verlosen wir je ein signiertes Exemplar von …

Freitagstipp: Ashley Ream, 30 Tage und ein ganzes Leben

In 30 Tagen will Clementine sterben. Sie entsorgt alle Antidepressiva (gegen ihre bipolaren Störungen) im Klo, möchte ein letztes großes Kunstwerk erschaffen und überhaupt, die nächsten 30 Tage lang nur noch das tun, wonach ihr der Sinn steht und was zu einem durchdachten Abgang gehört – nämlich eine ganze Menge: ein neues Zuhause für ihren heiß geliebten Kater Chuckles finden, ihren Geliebten und gleichzeitig Therapeuten Miles zum Teufel jagen, überflüssige Teekannen aus dem Fenster werfen, einen Sarg kaufen, ein Betäubungsmittel illegal in Mexiko besorgen, schließlich würde man mit einem gezielten Schuss in den Kopf zu viel Dreck verursachen, und sich vor allem auf die Suche nach ihrem verschollenen Vater machen. Der Countdown läuft, Clementine stürzt sich in das Unterfangen „Ableben organisieren“ und nach Ablauf der 30 Tage ist nichts mehr so wie es vorher war … Mir hat der Roman von Ashley Ream sehr gut gefallen, wenn man das bei einem so makabren Thema überhaupt sagen kann. Zunächst weiß man aufgrund der zahlreichen humorigen Szenen nicht, in welche Richtung die Geschichte laufen wird, bis die Autorin …

Letzte Nacht McKenzie Heyne

Wo schreibt es sich am besten?

Vollzeit als Anwältin arbeiten und gleichzeitig eine erfolgreiche Schriftstellerin sein? Ja, das geht! Unsere Autorin Catherine McKenzie, deren Roman Letzte Nacht im Mai erschienen ist, macht es uns vor. Und sie erklärt uns, wie es geht. Und vor allem, wo. Eine der häufigsten Fragen, die ich zu hören bekomme, lautet: „Wie schaffst du es, gleichzeitig als Anwältin zu arbeiten und Bücher zu schreiben?“ Man könnte meinen, ich hätte nach all den Jahren eine bessere Antwort auf diese Frage, doch bisher sage ich dann immer, ich hätte mich selbst geklont oder Roboter programmiert, die das für mich erledigen. Allerdings ist tatsächlich eines entscheidend dafür, beides auf die Reihe zu bekommen, und zwar der Ort, an ich schreibe. Hier sieht man ein Foto von meinem Arbeitszimmer zu Hause. Zugegeben, ganz kann ich es nicht zeigen, dazu ist es zu unordentlich. Aber ist mein Schreibtisch nicht schön? Und man sieht, habe ich mir einen prächtigen neuen iMac gekauft, nachdem ich den Vertrag für die deutsche Ausgabe von Letzte Nacht unterzeichnet hatte. Ach, und sehen Sie sich all diese Regale …

Leonie Steinberg Interview Nur Leben ist schöner

Autorin Leonie Steinberg im Gespräch

Was ist Ihr Kindheitstraum? Da fällt mir nur der aus meiner frühen Jugend ein. Ich wollte Barry Gibb von den Bee Gees heiraten, mit ihm auf einem Schloss in England leben und als Stewardess um die Welt fliegen, während er auf Tournee geht. Hat alles nicht so richtig geklappt. Weder der Popstar noch das Schloss noch die Höhenflüge. Ihr Lieblingsbuch in der Kindheit, Ihr Lieblingsbuch heute? Ich war ein großer Fan von Hanni und Nanni und habe meine Familie erfolglos angefleht, mich auf ein Internat zu schicken. Als ich etwa zehn, elf Jahre war, habe ich mir die abgegriffenen Edgar-Wallace-Romane aus dem Bücherregal meiner Eltern geschnappt und abends heimlich gelesen. Weltklasse, dieses Gruseln bei der Lektüre von Die seltsame Gräfin! Heute schwankt meine Bandbreite als Leserin zwischen Charlotte Link und Thomas Mann, dessen Zauberberg nach wie vor mein Lieblingsbuch ist. Besonders berührt hat mich gerade Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk. Wie sieht Ihr Alltag als Autorin aus? Früher waren meine kreativsten Stunden am späten Abend, wenn alle anderen schon schliefen, jetzt sind sie eher …

Lesung Susan Abulhawa München Literaturhaus

4 Tage, 4 Städte, 4 ausverkaufte Lesungen

Bonn, Hamburg, Göttingen und München. Susan Abulhawa hatte ein straffes Programm in den letzten Tagen, doch hunderte begeisterte Lesungsbesucher danken ihr. Gestern las sie in München im Literaturhaus in der ausverkauften Bibliothek. Susan Abulhawa, in Kuwait, Jordanien und Jerusalem als Tochter palästinensischer Flüchtlinge aufgewachsen, las auf Arabisch und Englisch, während Bibiana Beglau die deutschen Textpassagen aus dem neuesten Buch Als die Sonne im Meer verschwand übernahm. Übersetzt und modieriert wurde von Margarete von Schwarzkopf, eine der bekanntesten Lesungsmoderatorinnen Deutschlands. Es war ein wunderschöner Abend, klug und nachdenklich, emotional und lustig. Im Anschluss durften wir die Autorin noch ganz privat bei einem Abendessen kennenlernen. Hier ein paar Impressionen.