Allgemein, Autoren, Bücher, Rezensionen
Schreibe einen Kommentar

Freitagstipp: Als die Liebe endlich war

Nachgestelltes Cover Schenkel

Die Autorin Andrea Maria Schenkel ist jedem Vielleser ein Begriff. Mit ihrem Buch Tannöd über den Mord an einer Bauernfamilie sorgte sie für großes Aufsehen und auch ihre folgenden Romane waren erfolgreiche Krimis.

Der Roman

Nun ist im Diana Verlag ihr erster Roman Als die Liebe endlich war als Taschenbuch erschienen. Ein Roman, der so ganz anders ist als ihre anderen Bücher und doch auch wieder charakteristisch. Denn Andrea Maria Schenkel hat diese ganz besondere klare, zuweilen fast nüchterne Art zu Erzählen und schafft Figuren, die einem mit ihren Eigenarten ans Herz wachsen. Als die Liebe endlich war ist eine Geschichte, die von Liebe, Heimat und Exil handelt. Eine, die zeigt, dass die Vergangenheit uns immer eines Tages einholt, so gründlich wir sie auch vergessen wollen.

Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt.

Das Nachwort

In einem Nachwort erzählt die Autorin auf berührende Weise davon, wie sie mit Zeitzeugen sprach, um ihrer Geschichte Substanz zu verleihen. Wie sie eine beeindruckende alte Dame traf, die ihr von der Flucht von Graz ins Exil nach Shanghai und dem Aufwachsen dort erzählte. Ein Kapitel im Zweiten Weltkrieg, von dem ich vorher noch nie gelesen habe. Andrea Schenkel berichtet in ihrem persönlichen Nachwort auch davon, wie sie die Geschichte von Carl und Emmi entwickelt hat und wie schwer es war die Figuren gehen zu lassen, als der Roman geschrieben war.

„Es fällt mir schwer los zu lassen, so schwer wie noch nie. Ich denke an Carl und all die anderen Figuren aus meinem Roman. Ich weiß, ich werde sie vermissen. Dabei hat es sie nie gegeben. Sie existierten nur in meiner Fantasie und doch fühlt es sich an, als wären sie real.“ 

Und das zeichnet den Roman auch aus: Gut recherchiert und mit viel Wissen über das Leben im Exil und auf der Flucht, ist es doch vor allem eine Geschichte, die immer ganz nah bei ihren Figuren ist und sie in ihrem Handeln nie verurteilt.

Ich lege euch diese große und aktuelle Epochen- und Liebesgeschichte  ans Herz.

Als die Liebe endlich war Cover

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.