Autor: Britta

Pommes mit …, dazu Dosenmilch-Kaffee und eine Gummischlange – die Schwimmbadsaison ist eröffnet

Sonntag, Sonne, See, das ist das Sommerprogramm in meinem Freundeskreis. Man frühstückt gemütlich auf dem Balkon, schmiert dann Brote für unterwegs, packt die Badesachen ein, und nach zehn WhatsApps mit zwanzig Leuten, die auch alle mitmöchten, sitzt man gegen zwölf endlich im heißen Auto. Eigentlich könnte man auch zu Fuß gehen, denn schon auf der Donnersbergerbrücke steht jeder im Stau. Macht nichts, der Weg ist das Ziel, und wenn man nach einer weiteren Stunde einen Parkplatz weit weg vom See gefunden hat und auf der überfüllten Liegewiese die Decke ausbreiten kann, ist der Stress vergessen. Ich klinke mich aus dieser Sonntagsplanung immer öfter aus und fahre stattdessen ins Freibad. Nach einem schnellen Kaffee schnalle ich meinen praktischen Klappstuhl aufs Fahrrad und sause morgens um 9:30 Uhr durch fast leere Straßen. Um diese Zeit gibt es noch keine langen Schlangen an den Kassen, € 3,60 werden gezahlt und dann rein ins Vergnügen. Die älteren Herrschaften mit sonnengegerbter Haut haben ihre Plätze bereits eingenommen, auf ihren mitgebrachten Liegen finden sich Rätselhefte und die Bild am Sonntag. Die …

Ghosting – oder Vom Verschwinden der Männer

Neulich erzählte mir eine Bekannte, dass ihre Tochter mit deren Freund in eine andere Stadt gezogen ist, und nur drei Wochen nachdem das Paar die gemeinsame Wohnung eingerichtet hatte, wurde sie verlassen. Wohlgemerkt ohne eine hinreichende Erklärung. Nach sieben Jahren Beziehung. Es fielen nur Sätze wie „Es geht nicht mehr, wir müssen uns trennen“, dann war er weg. Wie ein Geist. Junge Leute bezeichnen dieses Verhalten als ghosting. Eine treffende Vokabel für ein altbekanntes Phänomen. Und klar, es sind nicht immer nur die Männer, die vom Zigarettenholen nicht zurückkommen oder sich plötzlich auf allen Kanälen tot stellen. Sicher gibt es unter uns Frauen auch ein paar ghosting-Schafe, aber gemeinhin haben die Träger des xy-Chromosoms in diesem Punkt die schlechteren Karten. Eine Autorin zum Beispiel hat vor einiger Zeit bei Tinder einen wirklich netten Mann kennengelernt. Okay, er war Polizist und hat immer mal wieder etwas von undercover gefaselt, aber er war romantisch und in jeder Hinsicht aufmerksam. Bis er eines Tages verschwand. Sie machte sich Sorgen, versuchte ihn ausfindig zu machen – Fehlanzeige. Der Typ …

Kanada

Der Sommer der Entschleunigung

Heutzutage kann man keine Zeitschrift mehr aufschlagen, ohne dass dort 100 Tipps und Tricks zum Thema Entschleunigung gegeben werden.Und gerade in der Sommer-Urlaubszeit gibt es vielfältige Orte, wo alles langsamer und achtsamer zugehen soll. Mich hat diese Suche nach Ruhe und Gemütlichkeit immer schon extrem gestresst. Vielleicht, weil ich ein Reisemuffel mit einem Allerweltsgeschmack bin und immer dort nach Entschleunigung suchte, wo alle anderen auch schon waren. Zum Beispiel an der Adria im August. Durch Zufall verschlug es mich dieses Jahr nach Kanada. Auf eine einsame Insel, weit weg von Vancouver. In eine Yurte (eine Art Zelt in Großformat), ohne fließend Wasser und natürlich auch ohne Flashy (übersetzt WC, sprich, es gab nur ein P…-Klo). Die netten Gastgeberinnen boten mir an, eimerweise Blaubeeren zu ernten und mich für das Abendessen im Gemüsegarten zu bedienen. Gemeinsam versuchten wir, die Waschbären davon abzuhalten, den Pflaumenbaum zu plündern und scheiterten kläglich. Zwischendurch ging ich im kalten Meer schwimmen, erkundete Wälder, in denen ich völlig allein war oder machte einfach nichts. Nach einer Woche stellte ich fest, dass ich …

Der Froschkönig, oder wie sag ich es dem Kinde

Gestern kamen meine Nachbarinnen zu Besuch und jede hatte eine Gießkanne in Form eines Frosches in der Hand. Beide Froschgießkannen hatten eine goldene Plastikkrone auf dem Kopf. Emily und Sophia sind vier und zwei und wollten mir helfen, die frisch eingepflanzten Blumen zu gießen. Vergnügt gingen sie ans Werk. Aus den Froschmündern kam ein dünner Wasserstrahl, der meistens daneben zielte. So wurde vor allem der Balkon nass, während die Blumen leer ausgingen. Wir hatten trotzdem unseren Spaß. Anschließend setzte ich beide Kinder aufs Sofa und fragte: Kennt ihr das Märchen vom Froschkönig? Die kleine Sophia sagt meistens nein, weil sie das Wort schön findet, aber als auch Emily den Kopf schüttelte, sah ich mich in der Pflicht, den Damen eine Nachhilfestunde zu geben. „Es war einmal“, begann ich, und erzählte die abstruse Geschichte von dem dicken ekligen Frosch, der geküsst werden wollte. Gebannt hörte Emily zu und verzog angeekelt das Gesicht, als sie ihre Gießkanne anschaute.  Sophia verstand die Story sicher noch nicht, antwortete aber auf die Frage: „Magst du mich auf meinen Froschmund küssen“ …