Autor: Britta

Kanada

Der Sommer der Entschleunigung

Heutzutage kann man keine Zeitschrift mehr aufschlagen, ohne dass dort 100 Tipps und Tricks zum Thema Entschleunigung gegeben werden.Und gerade in der Sommer-Urlaubszeit gibt es vielfältige Orte, wo alles langsamer und achtsamer zugehen soll. Mich hat diese Suche nach Ruhe und Gemütlichkeit immer schon extrem gestresst. Vielleicht, weil ich ein Reisemuffel mit einem Allerweltsgeschmack bin und immer dort nach Entschleunigung suchte, wo alle anderen auch schon waren. Zum Beispiel an der Adria im August. Durch Zufall verschlug es mich dieses Jahr nach Kanada. Auf eine einsame Insel, weit weg von Vancouver. In eine Yurte (eine Art Zelt in Großformat), ohne fließend Wasser und natürlich auch ohne Flashy (übersetzt WC, sprich, es gab nur ein P…-Klo). Die netten Gastgeberinnen boten mir an, eimerweise Blaubeeren zu ernten und mich für das Abendessen im Gemüsegarten zu bedienen. Gemeinsam versuchten wir, die Waschbären davon abzuhalten, den Pflaumenbaum zu plündern und scheiterten kläglich. Zwischendurch ging ich im kalten Meer schwimmen, erkundete Wälder, in denen ich völlig allein war oder machte einfach nichts. Nach einer Woche stellte ich fest, dass ich …

Der Froschkönig, oder wie sag ich es dem Kinde

Gestern kamen meine Nachbarinnen zu Besuch und jede hatte eine Gießkanne in Form eines Frosches in der Hand. Beide Froschgießkannen hatten eine goldene Plastikkrone auf dem Kopf. Emily und Sophia sind vier und zwei und wollten mir helfen, die frisch eingepflanzten Blumen zu gießen. Vergnügt gingen sie ans Werk. Aus den Froschmündern kam ein dünner Wasserstrahl, der meistens daneben zielte. So wurde vor allem der Balkon nass, während die Blumen leer ausgingen. Wir hatten trotzdem unseren Spaß. Anschließend setzte ich beide Kinder aufs Sofa und fragte: Kennt ihr das Märchen vom Froschkönig? Die kleine Sophia sagt meistens nein, weil sie das Wort schön findet, aber als auch Emily den Kopf schüttelte, sah ich mich in der Pflicht, den Damen eine Nachhilfestunde zu geben. „Es war einmal“, begann ich, und erzählte die abstruse Geschichte von dem dicken ekligen Frosch, der geküsst werden wollte. Gebannt hörte Emily zu und verzog angeekelt das Gesicht, als sie ihre Gießkanne anschaute.  Sophia verstand die Story sicher noch nicht, antwortete aber auf die Frage: „Magst du mich auf meinen Froschmund küssen“ …

Wer liebt, gewinnt – unsere Gewinner

Hallo an alle, die teilgenommen haben, wir sind überwältigt, wie viele von euch bei unserem Gewinnspiel mitgemacht haben. Vielen, vielen Dank für eure liebevollen Kommentare und Ideen zum Thema „Liebe“. Wie immer hat das Los entschieden und die Gewinner sind: Christin, Sonja, Ute, Erich und Jeannette, die von uns per Mail benachrichtigt werden. Alle, die nicht gewonnen haben, können Katie Marshs wunderbaren Roman „Die Liebe ist ein schlechter Verlierer“ hier vorbestellen. Herzlich, eure Herzensladies

Neuland

»Wer bin ich und warum?« – Ildikó von Kürthys neues Buch im Freitagstipp: Neuland

Wer die Bücher von Ildikó von Kürthy liest, muss eine Grundvoraussetzung erfüllen:  Man muss weit davon entfernt sein, seinen körperlichen Zustand als ideal zu betrachten. Die Frage „Wer bin ich und warum?“ zieht sich leitmotivisch durch die Kürthy-Werke. Meine These: Weil die meisten Frauen an ihrer Optimierung arbeiten wollen – mich eingeschlossen –, ist die Autorin so erfolgreich.

Alles neu im neuen Jahr? Bloß nicht!

Ich bin kein Freund von Veränderungen. Spontanität und Überraschungen meide ich wie der berühmte Teufel das Weihwasser. Ich würde nie eine Last-minute-Reise buchen aus Angst, mir könnte das Hotel nicht gefallen, ein Blind-Date käme für mich nicht infrage und wer meint, er müsse mir mit einer ungeplanten Party eine Freude machen, der wird bitter enttäuscht sein. Dieser unangenehme Charakterzug macht sich auch im Job bemerkbar. Hauptsache, alles geht seinen gewohnten Gang, ist auch hier meine Devise. Deshalb bin ich auch bei neuen Kollegen immer erst mal skeptisch. Die müssen mich zunächst siezen, besser erst mal Abstand halten, man weiß ja nie … Einer jungen Frau fiel meine Distanziertheit scheinbar gar nicht auf und sie sagte gleich ihre Meinung. Wohlgemerkt, bevor ich als Chefin mein Urteil abgegeben hatte. „Das Cover ist doch nix“, sagte sie, oder: „Der Text funktioniert so gar nicht!“ Dabei wechselte sie binnen Minuten dreimal ihre Frisur, mal wurde ein Dutt gedreht, dann ein Pferdeschwanz gemacht, um dann etwas später die ganze Haarpracht einfach offen fließen zu lassen. Innerlich rang ich um Fassung …

Hannah Richell Jahr der Schatten

Liebling des Monats und Gewinnspiel

„Im Jahr der Schatten“, der zweite Roman von Hannah Richell beginnt mit einem schmerzhaften Verlust. Genauer gesagt, mit zwei Todesfällen, die Lila aus dem Gleichgewicht bringen. Nach dem Tod ihres Vaters Simon verliert sie bei einem Sturz ihr ungeborenes Baby. Lilas Mann kann sie nicht trösten, und so zieht sie aufs Land, um das geerbte alte Haus im englischen Peak District zu renovieren. Es tut Lila gut, allein zu sein und mit ihren eigenen Händen das zu tun, was sie als Innenarchitektin am besten kann: einem verfallenen Haus und seinen Zimmern wieder neuen Glanz und Leben zu geben. Parallel zu Lilas Geschichte wird in abwechselnden Kapiteln erzählt, was sich an jenem Ort am See dreißig Jahre zuvor abgespielt hat. Wir lernen die junge Kat und ihren Freund Simon kennen, die sich nach dem Studium mit drei anderen Kommilitonen eine Auszeit gönnen. Kat glaubt, am Ziel ihrer Träume zu sein, als Simon und sie endlich ein Liebespaar werden. Doch die Idylle zerbricht jäh, als Kats Schwester zu Besuch kommt. Simon verfällt dieser selbstbewussten, schönen Frau und …