Autor: Britta

Britta-Carol

Carol – Der Klassiker von Patricia Highsmith wurde verfilmt

„Man sieht nur, was man weiß“, schrieb Goethe und ich muss diesem schlauen Mann mal wieder Recht geben. Erst nach der Lektüre der faz-Rezension über den Film „Carol“ von Todd Haynes verstehe ich, was der Regisseur mir damit sagen wollte. Die Journalistin Verena Lueken erklärt mir, nachdem ich den Kinosaal enttäuscht verließ, warum der Film eigentlich toll war. Folgt man Frau Lueken, dann ging es hier um wahre Liebe, oder besser um das Verliebtsein und dem Wahnsinn, der diesem trügerischsten aller Gefühle innewohnt. Gesehen habe ich das nicht, oder ist es mir nur nicht aufgefallen? Schließlich geht es in dieser Verfilmung von Patricia Highsmiths Roman „Carol“, der Anfang der 1950ger Jahre unter Pseudonym mit dem Titel „The Price of Salt“ erstmals erschien, ausschließlich um die Liebe. Und zwar um die unerhörte Liebe zweier Frauen – damals ein Skandal. Der Film zeigt mir aber keine nachvollziehbaren Gefühle, sondern vor allem die sinnlich-roten Lippen von Cate Blanchett. Diese wunderbare Schauspielerin verführt mich als Zuschauerin so sehr, dass ich zwischendurch das Gefühl habe, ich selbst hätte mich in …

Warum wir die bessere Hälfte suchen

Heute am Welttag der Philosophie scheint es mir wichtig, einen Moment innezuhalten. Was kann uns die Philosophie heute noch mitteilen? Haben wir nicht längst die „Liebe zur Weisheit“ verloren? Keine Ahnung, denke ich und frage mich, was das sein soll – „Weisheit“? Das Bestreben, die Welt und die menschliche Existenz zu ergründen, fand ich immer schon sehr abstrakt. Der kategorische Imperativ von Kant ist schon sehr viel praktischer, aber ganz im Ernst. Wann habe ich je nach derjenigen Maxime gehandelt, durch ich zugleich wollen konnte, dass sie allgemeines Gesetz würde? Obwohl … Erst gestern habe ich eine alte Frau auf dem Fahrrad ermahnt, als sie über eine rote Ampel fuhr – war das gemeint? Im Gedächtnis geblieben ist mir allerdings das mythische Wesen der Antike: der Kugelmensch. Platon beschreibt ihn im Symposion. Demnach waren die Menschen ursprünglich Kugeln mit zwei Köpfen und acht Gliedmaßen. Sie waren stark und mächtig und somit ein Dorn im Auge des Gottes Zeus. Also zerschnitt er diese fast gottgleichen Menschen in zwei Teile. Seitdem – so der Mythos – suchen …

Heute ist nicht alle Tage

Wenn der Sommer definitiv vorbei ist und sich die kalte Jahreszeit mit Dauerregen und grauen Tagen ankündigt, haben wir nichts mehr zu lachen. Die erste Erkältungswelle erfasst die Kollegen, wer trotzdem noch Fahrrad fährt, sieht mit Daunenjacke und Pudelmütze aus, als würden drei Wochen Antarktis bevorstehen. Den Herbst, da sind sich alle einig, will niemand. Klar, das bunte Laub ist hübsch, aber danach sind die Bäume kahl und alles ist dunkel. Woran liegt es, dass ich nicht in das allgemeine Wehklagen einstimmen kann? Ich liebe dieses nasskalte Wetter, finde den Nebel am Morgen erfrischend und die langen Abende gemütlich. Endlich kann ich wieder warme Pullover anziehen und meine ohnehin große Schalsammlung noch durch ein paar Zukäufe erweitern. Ich muss nicht mehr wöchentlich meine Fußnägel lackieren und brauche nur noch einmal täglich zu duschen. Vorbei ist es mit dem blöden Salat, jetzt gibt es nahrhafte Eintöpfe und dazu den leckeren Rotwein, der jeden Weißwein alt aussehen lässt. Am Wochenende muss ich nicht mehr früh aufstehen, um ohne Stau an den See zu kommen. Ich bleibe einfach …

Buchtipp

Freitagskritik: Dörte Hansen, Altes Land

Seit Wochen steht Altes Land von Dörte Hansen ganz oben auf der Bestsellerliste. Das kann man natürlich nicht ungelesen an sich vorüberziehen lassen. Also lieh ich mir Ankes Exemplar, um nur mal reinzuschauen, doch schon nach den ersten Seiten war ich hin und weg. Aber irgendwann auch mal etwas gelangweilt und darüber musste ich mich natürlich mit Anke unterhalten.

Männer im Sommer

Endlich Ferien – von wegen

Hier in München war es schon so richtig heiß, fast vier Wochen Hitze pur, nur wenige kühle Nächte sorgten dafür, dass das Gehirn wieder auf Betriebstemperatur kam. Gerade macht die Sonne mal hinter den Wolken Pause, aber der August wird wieder schön mollig. Den meisten Kollegen scheint das nichts auszumachen, denn sie haben ja bald URLAUB. Sabine ist schon nach Dänemark geflogen und Uschi freut sich auf Italien (Liege 6, Reihe 15, an der Adria). Toll, denke ich und verfluche mich, dass ich bereits Ende Mai drei Wochen freinahm. Was damals eine gute Idee war, erweist sich heute als totaler Quatsch, denn nun kann ich schuften, während alle anderen in die Fluten springen. Neid kenne ich bisher nur, wenn eine Frau einen Porsche fährt, dass Kollegen Ferien machen, gehörte bislang nicht auf meine schwarze Liste. Nun vergeht kein Tag, an dem ich nicht genervt mit den Augen rolle, wenn es wieder heißt „Ich bin dann mal weg“. Ich könnte direkt mit meinen Stöckelsandalen angreifen, stattdessen flöte ich „Erhol dich gut …“. Noch sechs kurze Wochen, …

Paula hawkins Girl on a Train Buchtipp Blanvalet

Buchtipp: Paula Hawkins, »Girl on a Train«

Wer kennt das nicht: Man sitzt im Zug, guckt aus dem Fenster und fragt sich plötzlich, was hinter den Fassaden der Häuser, die an einem vorbeirasen, vor sich gehen mag? Wer sind die Menschen, die dort im Garten sitzen, die man dann nicht mehr beobachten kann, weil der Zug schon vorbeigefahren ist? So geht es Rachel in dem Spannungsroman Girl on the Train.

Ein ganzer Schrank voll nix zum Anziehn

Wir Frauen haben ja viele Probleme, aber wenn es um Entscheidungen in der Kleiderwahl geht, dann wird es eng. Jeden Morgen wieder die quälende Frage: Was ziehe ich an? Mit schmerzverzerrten Gesicht stehe ich vorm Kleiderschrank. Besonders jetzt im Frühling fällt die Entscheidung schwer, man kann all die dunklen Sachen nicht mehr sehen, aber ist die weiße Hose nicht zu weiß? Außerdem habe ich drei Meetings, da sollte auf jeden Fall der Blazer mit, doch dann ist mir in dieser H&M-Bluse zu warm. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass ich mich beeilen muss, trotzdem hadere ich weiterhin mit meinem Schicksal. Die Kombination blaue Strickjacke und beige Jeans hatte ich doch schon gestern an, geht also auch nicht. Wo ist denn überhaupt dieses lässige T-Shirt mit der goldenen Schrift? Futsch, wie so vieles, wenn es morgens eilt. Ich frage mich, warum die Designer heutzutage 10-15 Kreationen im Jahr abliefern, davon aber nichts bei mir im Schrank zu finden ist?Egal, ich muss jetzt los, die Schuhe sind die Rettung, jetzt noch irgendein Tuch, das den Fleck …