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Im Gespräch mit Claire Winter

Schreibtisch Claire Winter

Wo schreiben Autoren ihre Bücher? Womit fängt man am besten an, und was inspiriert ihre Geschichten? Die Autorin Claire Winter hat uns in einem Interview diese und weitere Fragen beantwortet, zu ihrem neuesten Roman und ihrem Traumberuf – Autorin sein.

Wie gehen Sie ein neues Projekt an?

Claire Winter: Am Anfang ist es für mich am Wichtigsten einen emotionalen Zugang zu einer neuen Geschichte zu bekommen. Ich bin jemand, der sich beim Schreiben sehr in alles hineinfühlen muss – nur dann entwickeln sich meine Figuren und die Handlung von ganz alleine. Meistens habe ich sofort Bilder und Fragmente der Handlung im Kopf, die ich aufschreibe und auf die ich zurückgreife, sobald ich chronologisch an dem Buch zu arbeiten beginne. Außerdem recherchiere ich am Anfang natürlich erst einmal sehr viel. Vor allem, wenn der Roman eine historische Zeitebene hat. Nicht nur die geschichtlichen Fakten, sondern vor allem, wie die Menschen gelebt haben, was ihren Alltag bestimmt hat und für sie wichtig war …

Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?

Claire Winter: Memoiren, aber auch Biografien und Briefwechsel sind immer gute Quellen und sehr inspirierend. Die beste Inspiration ist es für mich aber immer, an die Orte zu reisen, an denen der Roman spielt, wie zum Beispiel ins Dartmoor in England, als ich Die Schwestern von Sherwood geschrieben habe. Dabei entsteht bei mir im Kopf oft der größte Teil der Geschichte.

Haben Sie je darüber nachgedacht, warum Sie Geschichten erzählen wollen?

Claire Winter: Eigentlich nicht. Das war immer ein Teil von mir. Ich habe mir schon als Kind Geschichten ausgedacht und sofort im Kopf gehabt, sobald ich etwas gesehen oder erlebt habe – und ich habe auch immer selbst leidenschaftlich gern gelesen. Die Welten, die in der Fantasie geschaffen werden, haben für mich stets etwas Magisches gehabt.

»Die Schwestern von Sherwood« ist eine Familiensaga, die die Leser vom Nachkriegsdeutschland ins England des ausgehenden 19. Jahrhunderts führt. Wieso haben Sie das zerbombte Berlin 1948 als Ausgangspunkt für Ihre Geschichte gewählt?

Claire Winter: Melinda, die Hauptfigur, ist eine junge Frau, die ums tägliche Überleben kämpft und persönlichen Verluste erlitten hat. Alles, was hinter ihr liegt, ist zerstört und vorbei, und sie muss gegen die Schatten der Vergangenheit ankämpfen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Im zerbombten Nachkriegsberlin spiegelt sich genau das wider – nicht nur auf der persönlichen Ebene. Deshalb war das Berlin von 1948 für mich der ideale Ausgangspunkt.

Können Sie in wenigen Worten das Herz Ihres Romans beschreiben?

Claire Winter: Das Herz des Romans ist eine sehr große und ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem Mann und einer jungen Frau im England des 19. Jahrhunderts. Diese Liebe zwischen den beiden verändert in dramatischer Weise alles – nicht nur das Leben der beiden selbst, sondern auch das Schicksal der Menschen um sie herum – und hat schließlich sogar Auswirkungen auf die Generationen nach ihnen.

Claire Winter Schreibtisch

Hier der erstaunlich aufgeräumte Schreibtisch von Frau Winter. Nicht nur diesen tollen Stuhl finden wir super, sondern – *seufz* – an diese Altbauwohnung in Berlin könnten wir uns auch gewöhnen 🙂

 

2 Kommentare

  1. Karin Schranner sagt

    Ein tolles Interview. Nachdem mir „Die Schwestern von Sherwood“ so gut gefallen haben, habe ich mir das neue Buch von Claire Winter gleich vorbestellt. 🙂

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