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Cynthia Swanson über ihr Debüt »Als ich erwachte«

Wann und wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Roman »Als ich erwachte«?

Mir kam die Idee plötzlich vor ungefähr vier Jahren, als ich darüber nachdachte, wie sehr sich mein eigenes Leben in kurzer Zeit vom Single, der alleine in einem Haus lebt, zur verheirateten Mutter dreier Kinder verändert hat. Ich dachte an eine Geschichte, wie in dem Film »Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht«, in dem die Hauptperson am Ende nicht mehr sicher ist, wohin sie wirklich gehört. Ich fing an zu schreiben, und die Geschichte entwickelte sich nahezu von alleine.

Sie leben mit Ihrer Familie in Denver. »Als ich erwachte« spielt auch in Denver, was verbindet Sie mit dieser Stadt?

Ich lebe nun schon fast 15 Jahre dort. Aufgewachsen bin ich in Wisconsin und später in New York, mit Ende 20 bin ich dann nach Colorado gezogen. Eine Zeitlang habe ich in Boulder gelebt, seit 2000 lebe ich in Denver. Es ist eine wunderbare, vielfältige, florierende und familienfreundliche Stadt. Wir haben hier alles, eine wunderschöne Landschaft und eine lebendige Kultur-, Kunst- und Sportsszene. Und die Berge sind nur 30 Minuten entfernt! Mein Mann und ich wollen hier bleiben. Wir kommen beide aus anderen Städten, aber Denver ist jetzt unser zu Hause.

Warum spielt »Als ich erwachte« im Jahr 1962?

Ursprünglich spielte die Geschichte in der Gegenwart. Aber als ich ein paar Kapitel des ersten Entwurfs geschrieben hatte, merkte ich, dass die Geschichte in ein spezielles historisches Setting gehört. Heutzutage hätte Kitty viel mehr Möglichkeiten zur Hand (zum Beispiel Google), um herauszufinden, was los ist. Wahrscheinlich wäre sie ihrer ganzen Situation gegenüber viel zynischer. Ich liebe die 1960er Jahre – ich habe eine Leidenschaft für das Design der Jahrhundertmitte – und so war ein Setting der 60er Jahre für mich naheliegend.

Warum haben Sie über einen Buchladen geschrieben? Haben Sie einen Lieblingsbuchladen?

Ich habe immer Buchläden geliebt und habe mich auch immer zu Ihnen hingezogen gefühlt, vor allem zu den unabhängigen Läden. Vor einigen Jahren habe ich selbst davon geträumt eines Tages einen eigenen Buchladen zu führen. Dazu wird es wahrscheinlich nicht kommen, aber ich kann es stellvertretend in meinen Charakteren leben. Mein Lieblingsbuchladen ist „The Tattered Cover“, der eine Institution in Denver ist. Ich habe Joyce Meskis, die Besitzerin des „The Tattered Cover“, über einige Details der Arbeit in einem Buchladen und auch darüber, wie es war einen Buchladen in den 1960er Jahren zu besitzen, interviewt. Außerdem habe ich Verwandte, die einen kleinen Buchladen betreiben, die konnte ich immer fragen.

Michael ist Autist. Haben Sie eigene Erfahrungen mit autistischen Kindern?

Ich habe kein autistisches Kind, aber ein Kind, das eine besondere Förderung braucht. Daher kann ich einige der Herausforderungen verstehen. Außerdem habe ich eine ältere Verwandte, von der einige in der Familie (mich eingeschlossen) glauben, dass sie ein nicht-diagnostizierter Autist ist. Sie wurde einige Zeit vor Katharyns Kindern geboren, zu einer Zeit, in der Autismus-Diagnosen noch sehr rar waren. Ich kann mich daran erinnern, wie ihre Mutter von den Schwierigkeiten erzählte, die sie damals hatte, als meine Verwandte ein Kind war, und dass sie damit auch mütterliche Schuldgefühle verband.

Natürlich würden wir auch gerne wissen, ob es eine Zukunft für die Freundschaft von Frieda und Kitty gibt.

Ich mag, wie die Geschichte sich entwickelt – was als nächstes geschieht, überlasse ich der Fantasie meiner Leser! Ich arbeite momentan an einem Roman, der zur gleichen Zeit spielt (frühe 60er Jahre), aber mit sehr unterschiedlichen Charakteren und an einem anderen Ort. Ihr könnt gespannt sein!

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