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Die Kirschvilla von Hanna Caspian

Die Kirschvilla von Hanna Caspian

Heute  erscheint die Familiensaga »DIE KIRSCHVILLA« unserer Autorin Hanna Caspian.  Dies haben wir als Anlass genommen, bei der Autorin einmal abzuklopfen, wie sie eigentlich auf die Idee zu ihrem Roman  über eine Kölner Brauerfamilie mit düsteren Geheimnissen gekommen ist:

Hanna Caspian über ihren Roman

Ideen schweben durch die Luft. Aber solange sie einzeln für sich stehen, sind es nur Ideen, noch keine Geschichten. Erst wenn sich einige von ihnen zusammenfinden, entsteht eine Geschichte.

Und so war es auch bei der »Kirschvilla«. Die Saga wird auf drei Ebenen erzählt: Der historischen Ebene der Brauerfamilie Korte zur Zeit der Weimarer Republik, einer Gegenwartsebene und einer Tagebuchebene. Am Ende verbindet sich alles zu einem – und ich hoffe, das ist mir gelungen – großen Ganzen und es wird deutlich, welche Kräfte auf die Familie Korte und ihre Nachkommen einwirken.

Seit längerem interessiere ich mich für das »Systemische Familienstellen«. Es ist faszinierend, wie weit zurückliegende Ereignisse innerhalb einer Familie – bisweilen vergessene Erlebnisse, totgeschwiegene Verwandte oder andere Heimlichkeiten – in einer Gemeinschaft nachwirken können: auf unser Selbstbild, auf die Beziehungen mit unseren Mitmenschen, auf den Zusammenhalt der Familienbande – und eben auch auf die Liebe. Familienmitglieder sind wie bei einem Mobile mit unsichtbaren Fäden miteinander verbunden. Was passiert also, wenn jemand sich verändert, sich bewegt? Auch deswegen war es für mich äußerst spannend, an diesem Roman zu arbeiten, weil immer wieder Fragen zu meiner eigenen Familiengeschichte aufgetaucht sind.

Dass ich als Quasi-Kölnerin des Öfteren in Brauhäusern zu finden bin, wundert sicher niemanden. In den Schankstuben hängen Fotos aus der Vergangenheit, die die Historie der Brauerei beleuchten. Schon lange hatte ich den Wunsch, mich näher mit dem Bierbrauen zu beschäftigen. Damit wurde ein weiterer Baustein für die Familiensaga gelegt. In August Korte, dem Familienoberhaupt meines Romans, kommt dies zum Tragen. August ist Bierbrauer und ein gewiefter Fuchs, der sich schon in der Notzeit des Ersten Weltkrieges problemlos über Wasser halten konnte hat, so dass seine Familie nie Hunger leiden musste. Damit ich die Abläufe beim Brauen fehlerfrei erklären und lebensecht erzählen konnte, habe ich ein Brauseminar belegt. Es war ungemein faszinierend. Der Geruch von Malz, das Aussehen der Maische, die man übrigens zu vielerlei Gerichten verarbeiten kann, und weitere nette Details habe ich in meine Geschichte eingebaut.

Zu Köln gehört selbstverständlich der Rhein. Ich wusste früh, dass die Kirschvilla am Rheinufer stehen müsse. Die Handlung ist maßgeblich beeinflusst durch den mächtigen Fluss. Weshalb, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Eine zusätzliche Inspirationsquelle für die Handlung war ein Foto, dass ich zufällig gefunden habe – Panzer vor dem Kölner Dom zur Zeit der britischen Besatzung. Für mich wurde es zum Ausdruck der verletzten Seele der Stadt und spiegelt sich in der Gesellschaft der Weimarer Republik, in der der historische Teil spielt.

Schließlich und endlich habe ich diese verschiedenen Ideen zu einer Geschichte verknüpft. Der Roman setzt sich wie ein Puzzle zusammen, in dem allmählich verschiedene Versatzstücke an die passenden Stellen fallen. Da sind die Familiengeschichte, die dunklen Geheimnisse, dramatische Ereignisse, das Bierbrauen und interessante Einblicke in die Kölner Historie. Und natürlich erwartet die Leserinnen eine gehörige Portion Liebe – die gewagte Liebe, die unerfüllte Liebe, die gefährliche Liebe und die zaghafte Liebe.

Nun hoffe ich, dass ich alle neugierig gemacht habe und wünsche beste Unterhaltung mit »Der Kirschvilla«, mit Isabell und Großmutter Pauline und den düsteren Abgründen der Familie Korte.

Von Hanna Caspian

2 Kommentare

  1. Roswitha Broszath sagt

    Diese Geschichte hat mich absolut gefesselt! Ich liebe Familienporträts, Romane,die mehrere Zeitebenen vorstellen und verknüpfen und damit plastisch machen, wie stark Vergangenheit in uns weiter wirkt, uns prägt und unsere Emotionen und damit auch Handlungen mitfärbt, mitbestimmt. Und wieviel Macht das Verborgene, Unausgesprochene hat. Unglaublich spannend geschrieben ist dieser Roman fast eine psychologische Studie über Familiengeheimnisse und deren lange Schatten. Auch die Ereignisse und die Stimmung der 20er Jahre, die so golden gar nicht waren, lässt die Autorin noch mal sehr lebendig werden. Ein großes Kompliment und Dank für inspierierende Lesestunden.
    Roswitha

  2. Sonjas Bücherecke sagt

    Hallo,
    danke für die tolle Buchvorstellung. Genau das Genre, das ich sehr gerne lese.
    Das Buch wandert sofort auf meine Wunschliste.

    Schönen Tag wünscht euch
    Sonja

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