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Druckfrisch: Ein Traum in Schwarz

Unsere neue Kolumne! Gesponsort von unseren lieben Kollegen aus der Herstellung. Mit Hintergründen, Infos und Insidern vom Text bis zur Druckerpresse. Heute: Die Geschichte des 4. Millenium-Romans!

Bis zum fertigen Buch ist es leider oft ein langer Weg. Ein Manuskript reicht da nicht aus. Man braucht ein Cover, Überschriften, Impressum, Titel (einen guten!) und natürlich muss der Text noch schön auf die Buchseiten „gesetzt“ werden. Dafür ist im Verlag die Herstellung zuständig, wo fleißige Elfen mit Zauberhand aus einem Word-Dokument ein Buch machen. So scheint es jedenfalls. Aber dazwischen stehen jede Menge interessanter Schritte! Von ebendiesen berichten unsere tollen Kollegen live und in schwarz-weiß in der neuen Kolumne DRUCKFRISCH.


Eine verschwörerische Produktionsgeschichte

von Helga Schörnig

»Diese Geschichte beginnt mit einem Traum, der für sich genommen nicht weiter bemerkenswert ist …«

So beginnt der Roman Verschwörung von David Lagercrantz. Der 4. Roman der Millenium Reihe um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist, der nach dem Ableben von Stieg Larsson erschien. Leider war es mir als Herstellerin nicht möglich, inhaltlich wesentlich mehr von diesem Buch zu erfassen als diesen ersten Satz. Die gute Lesbarkeit der Schrift, die Trennungen und der Zeilenfall waren das hauptsächliche Augenmerk bei der Bearbeitung der einzelnen Korrekturläufe.

Denn die gesamte Produktion des Buches (Übersetzung, Lektorat, Herstellung, Druck, Bindung, Anlieferung) fand unter strengen Sicherheitsauflagen statt, die der schwedische Verlag Lagercrantz VerschwörungNorstedts Förlagsgrupp AB weltweit für alle Verlage vorgegeben hatte. Die ganze Planung und Abwicklung zielte generalstabsmäßig auf den Erstverkaufstag am 27. August 2015, und bis dorthin durfte hier in Deutschland gerade einmal eine Handvoll Leute etwas vom Inhalt der Fortsetzung von Stieg Larssons Millennium-Trilogie zu Gesicht bekommen.

Als Grundton für die Ausstattung des Buches und für das Werbekonzept wurde schwarz gewählt. Das Schwarz hat sich bei der Herstellung des Buches immer wieder durchgesetzt – und sei es aus Gründen der Sicherheit.

In der Druckerei wurden die Halbfabrikate (Falzbogen Inhalt und die Buchblocks) in schwarzer Lichtschutzfolie bis zur Endverarbeitung zwischengelagert. Die angelieferten Schutzumschläge waren in schwarze Lichtschutzfolie verpackt.

Die mehreren Hundert Paletten, die an die VVA (Verlegerdienst München GmbH) geliefert wurden, sind ebenso mit schwarzer Lichtschutzfolie eingeschweißt worden (Beweis – siehe Bildergalerie), damit der Titel auch während des Transportes und bei der VVA bis zum Erstverkaufstag vor allen Blicken geschützt war.

Für Zahlenfanatiker: Für die erste Auflage wurden demnach 23.000 qm schwarze Lichtschutzfolie eingesetzt, das entspricht in etwa zwei Fußballfeldern (120 m x 90 m).

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