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Unser Liebling im September – Der Duft von Eisblumen

Veronika May - Der Duft von Eisblumen

Man denkt ja oft, Autoren würden über das schreiben, was sie selbst erlebt haben. Dass aber die Geschichte das wahre Leben einholt – das habe ich bei meinem Buch „Der Duft von Eisblumen“ erlebt.

WürfelAlles fing an einem Samstagnachmittag im Sommer an. Eine Freundin von mir war umgezogen, ach was sage ich! Sie hatte den Hauptgewinn gezogen: Eine ehemalige Kutscherwohnung in einer alten Villa am See. Die zwei winzigen Zimmer und die Küche mit dem schiefen Boden haben mich sofort bezaubert. Aber sie hatte noch ein As im Ärmel: Eine alte Seemannstruhe, die im Bootshaus stand. Darin befanden sich Aberhunderte Holzwürfel. Diese hatte der Vater des Hausbesitzers nach dem Krieg geschnitzt und an amerikanische Soldaten verkauft, um seine Familie zu ernähren. Den ganzen Nachmittag spukte dieses Bild in meinem Kopf herum und am nächsten Tag setzte ich mich hin und entwickelte die Story um die beiden Frauen Rebekka Winter und Dorothea von Katten, die zunächst so unterschiedlich scheinen und nichts als ein gebrochenes Herz gemeinsam haben.

Der Duft von Eisblumen von Veronika MayDer Verlag hatte gerade den Buchvertrag geschickt, als Rebekkas Geschichte zu meiner eigenen wurde und ich, genau wie sie, plötzlich vor einem ziemlichen Scherbenhaufen stand. Zwar behielt ich im Gegensatz zu meiner Romanfigur meine Arbeit und auch mein Auto ließ ich heil, aber statt mich in Ruhe hinzusetzen und am Buch zu arbeiten, musste ich einen Umzug und die Eingewöhnung in eine neue Umgebung wuppen. Obwohl ich nicht unbedingt wie meine Hauptfigur ticke, konnte ich Rebekkas „Panzer“ den sie sich zugelegt hatte, immer besser verstehen. Und auch Dorothea von Katten wurde während dieser Zeit für mich immer lebendiger und ich verstand, warum manche Menschen Schmerz und Einsamkeit nicht zulassen: weil sie Angst haben, sonst zusammen zu brechen.

Da meine neue Wohnung noch winziger war als die von Rebekka im Buch, mietete ich mich zum Schreiben in das Atelier einer Malerin ein. Kurz darauf führte sie mich hinter ihr Haus – und vor mir tat sich ein blühendes Paradies auf. Rosen rankten an schmiedeeisernen Gittern, Hortensien begannen, mit strahlendem Pink und hellem Blau zu protzen, dazwischen dufteten dicke Büschel Lavendel und Wicken hatten den Zaun erobert.

Ich lernte Ananas-Salbei und den wundervollen Geschmack von erntefrischem Rosmarin kennen (und ja: man KANN einige Blüten und sogar Blätter essen J ) – und all das floss in das Buch ein. Als würde mich das echte Leben mitten in meinen Roman hineinführen – und umgekehrt. Ich glaube zwar nicht sklavisch an die Macht des Schicksals – aber inzwischen würde ich auch nicht mehr behaupten, dass es alles wirklich nur zufällig geschieht!

Von Veronika May

Gewinnspiel

Die Autorin hat uns, wie wir finden, einen sehr schönen Einblick in ihren Alltag und ihren wundervollen Roman gegeben. Falls ihr jetzt neugierig geworden seid und mehr über die Hauptfigur Rebekka erfahren wollt, dann habt ihr jetzt die Gelegenheit, einen von drei Romanen zu gewinnen. Mitmachen ist ganz einfach! Schreibt uns bis zum 14. September 2016 auf unserem Blog, was eure Lieblingsblumen sind. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Wir wünschen euch viel Glück – und viel Freude beim Lesen!

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