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Ein Besuch im Haus in der Nebelgasse

Haus in der Nebelgasse

In ihrem neuen Roman „Das Haus in der Nebelgasse“ entführt uns Spiegel-Bestsellerautorin Susanne Goga in das historische London von 1900. Die junge Lehrerin Matilda Gray begibt sich auf die Suche nach einer verschwundenen Schülerin. Und sie begegnet dem sympathischen Historiker Stephen Fleming, der ihr bald zeigt, welche Geheimnisse in den verborgensten Winkeln der Stadt und unter Londons Straßen warten. Mit ihm wird Matilda auf ein besonderes Haus aufmerksam, das die Autorin Susanne Goga nun selbst besichtigen durfte und in das sie uns hier zu einem kleinen Rundgang mitnimmt.

Ein Besuch im Haus in der Nebelgasse

(c) Susanne Goga

Am 16. Januar hatte ich das große Vergnügen, das Haus in Laurence Pountney Hill, über das ich in meinem neuen Roman „Das Haus in der Nebelgasse“ geschrieben habe, zu besuchen und es von außen zu fotografieren. Das Gebäude, das mitten in der Londoner City steht, spielt in der Geschichte von Matilda Gray eine ganz zentrale Rolle. In ihm verbirgt sich seit der Zeit von Pest und großem Feuer ein Geheimnis, dessen schwerwiegende Folgen noch über Jahrhunderte fortwirken.

Das alte Kaufmannshaus aus dem 17. Jahrhundert, in dessen Keller sich auch in Wirklichkeit archäologische Geheimnisse verbergen, wurde liebevoll restauriert und wird seit Jahren als privates Wohnhaus genutzt. Lorraine, die Haushälterin, empfing meine Freundinnen und mich sehr herzlich. Wir fotografierten vom Garten aus – dem einzigen Privatgarten in der City of London -, bevor wir durchs Haus selbst hinunter ins Speisezimmer gehen durften. Hier befanden sich seit dem Mittelalter die Geschäftsräume der Kaufleute.

(c) Susanne Goga

Weiß getünchte Wände, goldbraunes Holz, antike Möbel – das Haus ist auch von innen ein Traum. Lorraine zeigte mir ein Metallrad, das sich von innen neben der Haustür befindet: ein Relikt der alten Kaufmannsfirma, mit dem schwere Waren per Winde in den Keller gelassen wurden. Wir haben uns auch die Falltür im Gehweg angesehen, die im Roman eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Lorraine muss wohl meinen sehnsüchtigen Blick bemerkt haben, denn sie bot mir an, mich in den Keller zu führen, in dem Katie ihre Schätze versteckte und in den Matilda und Stephen Fleming heimlich einsteigen, um dem Rätsel des Hauses auf die Spur zu kommen.

Das Gefühl, eine zweitausend Jahre alte römische Mauer anzufassen, hinter der sich ein vergessener Friedhof befindet, über dem wiederum der Garten des Hauses angelegt wurde, war einfach atemberaubend. Lorraine zeigte mir einen gewaltigen Stützbalken, der von einem Schiff stammt, das beim großen Brand von London 1666 zerstört wurde. Das Haus selbst war eines der ersten Gebäude, die aus der Asche des Feuers erwuchsen, und entstand auf den Ruinen eines viel älteren Hauses aus dem Mittelalter.

Wenn man in diesem Keller steht, ist man von den Spuren der Römer, mittelalterlicher Kaufleute und der Londoner umgeben, die im 17. Jahrhundert Pest und Feuer überstanden. Ein ganz besonderes Gefühl.

Es war ein wunderbares Erlebnis, für das ich mich ganz herzlich beim Hauseigentümer, seiner Mitarbeiterin und der überaus hilfsbereiten Haushälterin Lorraine bedanken möchte.

Susanne Goga

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