Kino
Schreibe einen Kommentar

Ein Vormittag mit Sparks

Im Februar letzten Jahres hat uns Anna von Mein Weg zu dir vorgeschwärmt, im darauf folgenden Mai war Carolin etwas weniger begeistert von Kein Ort ohne dich, und im März haben Theresa und ich uns an einem verregneten Sonntagvormittag für die neue Nicholas Sparks Verfilmung in die Kinosessel gekuschelt. Passend dazu ist vor wenigen Tagen sein neuer Roman Wenn du mich siehst erschienen.

Zum Inhalt: Travis Parker, überzeugter Single und Frauenheld, führt mit seinem Hund an der Küste North Carolinas ein bequemes Leben, bis seine neue Nachbarin Gabby Holland, Medizinstudentin aus gutem Haus, dieses aus dem Takt bringt. Was zunächst als Nachbarschaftsstreit beginnt, entwickelt sich schnell zu einer leidenschaftlichen Liebe. Als Gabby nach einem Unfall im Koma liegt und die Ärzte die lebenserhaltenden Maschinen abstellen wollen, steht Travis vor der schweren Entscheidung, auf sein Herz oder seinen Verstand zu hören. Hier folgt unser Eindruck, den wir in drei Kategorien aufgeteilt haben.

Das Liebespaar – Travis & Gabby

Theresa: Die Besetzung hat mich zunächst neugierig gemacht, hatte ich doch Teresa Palmer schon neben Nicholas Hoult im romantischen Zombiefilm Warm Bodies (in diesem Fall kein Widerspruch!) gesehen, wo sie als toughe Heldin überzeugt. Die Besetzung der männlichen Hauptrolle ließ mich nach dem Trailer etwas skeptisch zurück. Benjamin Walker, den ich mal im Trashfilm Abraham Lincoln Vampirjäger gesehen habe, hat hier sein Debüt im romantischen Genre. Eine äußerliche Verwandlung scheint er in den letzten Jahren durchgemacht zu haben. Und so präsentiert sich der ehemals rundgesichtige Knabe im neuen Kinofilm überaus durchtrainiert, mit markanten Gesichtszügen und spöttisch funkelnde Augen.

Duygu: Auch ich war skeptisch, was den Hauptdarsteller angeht. Irgendwie schien er nicht das Potential zum Sparks-Helden zu haben. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, woran es lag…Vielleicht war es die Frisur. Die hatte irgendwie was von den 90ern. Ich wurde jedoch eines besseren belehrt. Er hat seine Rolle als Womanizer wirklich gut gespielt, trotz unmodischer Matte auf dem Kopf.

Das Setting

Theresa: Dass die Wahlheimat North Carolina immer wieder eine Hauptrolle in den Geschichten von Nicholas Sparks spielt, betont auch der Autor selbst. So spielt u. a. Das Lächeln der Sterne und Safe Haven dort. Aber auch beispielsweise Dirty Dancing oder Dawson‘s Creek wurden hier gedreht. In der neuen Adaption zeigt sich der Bundesstaat wieder in seiner wild-romantischen Schönheit. Ich habe das Setting – vor allem das Haus von Travis mit Blick aufs Wasser – als besondere Stärke des Films wahrgenommen. (Ich habe dadurch mal wieder meine Wahlheimat ‚Großstadt‘ angezweifelt.)

Duygu: Da gebe ich dir völlig recht. Strand, Wasser, Häuser an der Küste…Schilfhalme, die sich im Wind wiegen… Dieses Setting hat bei mir leider ganz, ganz schlimmes Fernweh ausgelöst. Was aber natürlich großartig ist! Das Setting hat mich in gewisser Hinsicht an Wie ein einziger Tag erinnert. Travis hat eine geheime Insel, auf die er flüchtet, wenn er alleine sein möchte. Um Gabby seine Liebe zu zeigen, teilt er diesen geheimen Ort mit ihr. Ähnlich ist es ja auch bei Noah und Allie.

Highlight/ Lowlight

Theresa: Eines meiner Highlights ist, neben der Kulisse, eine gewollt/ungewollt komische Szene, in der es zu einem sehr spontanen Heiratsantrag kommt. Mehr sei dazu nicht verraten. Lowlights sind für mich kleine Details im Drehbuch und in der Ausstattung. So sind die Welpen von Gabbys Hündin eine komplett andere Rasse, sie ein Retriever, die Kleinen Chihuahuas. Wir wollen nicht kleinlich sein, aber es gibt mehrere Unstimmigkeiten, auch im Plot.

Duygu: Mein Highlight war das Liebespaar. Auch wenn sie bei Weitem nicht an Paare wie Allie und Noah rankommen, mochte ich die Charaktere. Wie fast jeder mag ich Liebesgeschichten zwischen zwei Menschen, die sehr unterschiedlich sind. Travis als Frauenheld mit Bindungsängsten und softer Tierarzt-Seite und Gabby, die ruhige Medizinstudentin, die klassische Musik hört, aber einen Hang zu Wutausbrüchen hat, wenn es um ihren Nachbarn geht, passen da absolut ins Schema. Mein Lowlight hängt auch mit der Ausstattung zusammen. Leider hat es erneut mit einer Frisur zu tun. Es scheint an der Familie Shaw zu liegen, denn es handelt sich diesmal um Travis‘ Schwester, die das Haarproblem hat. Ich hatte leider den Verdacht, dass es sich um eine Perücke gehandelt hat, von der ich meinen Blick nicht abwenden konnte, sobald sie auf der Leinwand zu sehen war.

Fazit

Insgesamt hat uns beiden der Film recht gut gefallen, auch wenn er leider nicht in unsere Liste der All-Time-Favorites eingeht. Sparks-Fans kommen auf ihre Kosten, selbst wenn der Plot an einigen Stellen etwas unmotiviert ist. Wir empfehlen ihn, wenn möglich, im O-Ton zu schauen, da die Synchro eher missglückt ist. Die Funken, die zwischen Travis und Gabby sprühen, solltet ihr euch aber nicht entgehen lassen!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.