Favourites, Kino
Schreibe einen Kommentar

Filmrezension THE IMITATION GAME

Filmtipp the imitation game filmplakat

THE IMITATION GAME – Ein streng geheimes Leben

“Sometimes it’s the people no one imagines anything of who do the things no one can imagine“

Eigentlich hatte ich vermutet, meine Rezension zu diesem Film würde in einer einzigen Lobeshymne enden, allein schon deswegen, weil Benedict Cumberbatch, derzeit Englands angesagtester Schauspieler, die Hauptrolle spielt, und der Film für 8 Oscars nominiert ist. Hmmm, Cumberbatch ist natürlich großartig, auf seine spezielle Art unglaublich gut aussehend, charismatisch und er übertrifft sich wieder einmal selbst in der Darstellung des fast schon autistisch handelnden und schwer zu greifenden Alan Turing. Allerdings wird die Biographie des brillanten Mathematikers und Computerpioniers Turing ansonsten recht glatt gebügelt und konservativ erzählt:

Seit seiner Kindheit und Jugend ein Außenseiter und „Nerd“ entwickelt sich Alan Turing während seines Studiums in Cambridge zu einem wahren Mathematik-Genie, dem keiner das Wasser reichen kann. Später zählt er zu den führenden Denkern Großbritanniens, v.a. wegen seiner Theorien zu Rechenmaschinen. Aus diesem Grund schließt er sich im Auftrag des britischen Geheimdiensts zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einer geheimen Gruppe von Schachmeistern, Linguisten und Wissenschaftlern an, deren Auftrag es ist, die Codes der deutschen Enigma zu dechiffrieren. Turing gelingt es nach vielerlei Tiefschlägen, eine Maschine zu entwickeln, die in der Lage ist, die Codes (die als Wettermeldungen getarnt sind) zu knacken und so an kriegsentscheidende Informationen zu gelangen …

THE IMITATION GAME beschert ein kurzweiliges Kinovergnügen – trotz der Länge von 2,5 Stunden -, man erfährt reichlich Geschichtliches, wird hier und da von Slapstickeinlagen unterhalten und kann sich an einer großartigen Keira Knightley erfreuen, die Turings platonische Verlobte Joan Clarke verkörpert und die ebenfalls ein Mitglied der geheimen Gruppe war.

Am Ende des Films ist man entsetzt darüber, dass Turing 1952 wegen seiner Homosexualität zu einer Zwangshormonbehandlung verurteilt wird, an deren Folgen er innerlich zerbricht, und er, so vermutet man, daraufhin Selbstmord begeht. Der 2013 von Queen Elisabeth II posthum ausgesprochene Royal Pardon (rechtsmäßig verhängte Strafen werden dadurch erlassen) bringt ihm da leider auch nichts mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.