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Freitagskinotipp: Loving Vincent – Ein Fest für die Sinne

Film Loving Vincent

Heute möchte ich euch einen sensationellen und sehr speziellen Film ans Herz legen: Die Filmografie Vincent van Goghs, der erste animierte Film, der komplett aus Ölgemälden entstanden ist.

Loving Vincent ist als Kriminalfilm aufgebaut, der den bis heute unbekannten Umständen von Vincent van Goghs Tod nachgeht. Es gibt verschiedene mögliche Motive, die zu seinem Tod durch einen Bauchschuss am 29. Juli 1890 in Frankreich führten: Selbstmord, Mord, ein Unfall, Liebeskummer, Krankheit, Armut. Der Film geht allen Spuren nach, indem er einen jungen Bekannten van Goghs mit Vincents letztem Brief an seinen Bruder Theo auf die Reise schickt. In Gesprächen mit Zeugen und ihm nahe stehenden Menschen, nähern wir uns so dem Ausnahmekünstler und seinem Werk. Dabei ist der Film spannend wie ein Krimi, ohne eine abschließende Theorie zu haben, und gleichzeitig ein berührendes Drama in umwerfenden Bildern.

Ja, die Bilder erwachen buchstäblich zum Leben und man bewegt sich in einem Kosmos, der ganz aus van Goghs Werk entstanden ist. So scheint der Zuschauer mit den Augen eines der (heute!) bedeutendsten Künstler auf die Welt zu blicken. Die von realen Schauspielern eingespielten Szenen wurden in minutiöser Feinstarbeit von Künstlern aus der ganzen Welt in van Goghs post-impressionistischem und unverkennbaren Stil in Öl nachgemalt. Dabei ist die gesamte Ausstattung und Besetzung nach existierenden Bildern des Künstlers entworfen.

Zunächst war ich skeptisch, da das Auge sich doch an das unruhige Flirren und Flackern des Pinselstrichs gewöhnen muss, aber das tut es mit der Zeit. Als der Abspann lief, war ich fast zu Tränen gerührt: von der bewegenden Lebensgeschichte, der Schönheit der Bilder und Farben und diesem einzigartigen Kinoerlebnis!

Eine große Empfehlung.

 

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