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Freitagskritik: Jojo Moyes »Im Schatten das Licht«

Jojo Moyes

Ich gebe es zu: Auch ich gehöre zu den großen Fans der britische Autorin Jojo Moyes! Mit ihrem Millionenseller Ein ganzes halbes Jahr hat sie mich, wie unzählige andere Leserinnen auch, zu Tränen gerührt, und auch mit ihren folgenden Büchern (vor allem Eine Handvoll Worte und Weit weg und ganz nah) über viele Stunden hinweg wirklich begeistert und gerührt. Die Verfilmung von Ein ganzes halbes Jahr fand ich absolut großartig, und obwohl man ja weiß, wie die Geschichte endet, hatte sie mich im Kino dann tatsächlich noch mal kalt erwischt.

Umso ungeduldiger habe ich deswegen auf Jojo Moyes neuestes Buch Im Schatten das Licht gewartet und kurz nach Erscheinen sofort gelesen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 14-jährige Sarah, die bei ihrem Großvater lebt. Beide verbindet die Liebe zu Pferden – Henri war einst ein gefeierter Dressurreiter, bis das Schicksal seine Karriere beendete. Nun trainiert er täglich mit großem Engagement seine Enkelin und ihr Pferd Boo. Denn seit dem Tod von Mutter und Großmutter haben die beiden nur einander, doch als Henri unerwartet einen schlimmen Schlaganfall erleidet, bleibt seine Enkelin allein zurück.

Die erfolgreiche Anwältin Natasha und ihren Mann Mac dagegen verbindet nur noch wenig. Beide stehen kurz vor der Scheidung und müssen sich, bis das gemeinsame Haus verkauft ist, arrangieren, obwohl beide mittlerweile sogar neue Partner haben. Als Sarah per Zufall in ihr Leben tritt, nehmen die beiden das verschlossene Mädchen bei sich auf, denn um ihren Großvater Henri steht es nach wie vor nicht gut. Doch das Zusammenleben gestaltet sich alles andere als einfach – bis Sarah mit ihrem Pferd verschwindet, und Natasha und Mac sich auf einen Roadtrip begeben, der alte Wunden heilen könnte …

Der Plot klang wieder sehr schön, wie ich finde, ABER: JA, es ist hart, denn so sehr ich Jojo Moyes liebe, hat mich dieses Buch leider diesmal enttäuscht … Vielleicht liegt es daran, dass dieser Roman zu Jojo Moyes‘ älteren Büchern zählt (er wurde noch weit vor Ein ganzes halbes Jahr geschrieben und in England veröffentlicht), vielleicht an der, wie ich finde, eher mäßig spannenden Geschichte, die in der Umsetzung oft an Tempo vermissen lässt, vielleicht aber auch daran, dass sie mit ihren Vorgängern die Latte wirklich hoch gelegt hat. Die Figuren waren mir dieses Mal auch nicht wirklich sympathisch – denn während ich mir bei Jojo Moyes oft gewünscht habe, mit den Protagonisten befreundet zu sein (sehr kitschig, ich weiß – aber vor allem Lou ist soo toll!), wurde ich mit ihnen dieses Mal leider gar nicht warm.

Ich finde das schade und konnte mir das auch nur zähneknirschend eingestehen, aber okay, es kann mich auch nicht jedes Buch der Autorin umhauen J. Und vermutlich werden die Pferdefreunde unter euch und natürlich all diejenigen, die auch die Vorgänger mochten, trotzdem ein paar schöne Lesestunden verbringen. Daher gibt es von mir diesen Freitag leider nur eine eingeschränkte Empfehlung – vielleicht geht es euch aber auch anders!

Und ich warte einfach geduldig auf das nächste Buch von Jojo Moyes, das mich hoffentlich wieder mitreißt.

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