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Freitagskritik: Über uns der Himmel

Über uns der Himmel

Eigentlich wollte ich am letzten Wochenende Frühjahrsputz machen. Doch dann kam mir die Sonne dazwischen. Und Kristin Harmel.

Über uns der Himmel erzählt die Geschichte von Kate, einer jungen Frau aus New York. Sie ist mit ihrer großen Liebe Patrick verheiratet. Eines Abends kommt Patrick sehr spät nach Hause, verhält sich seltsam und kündigt an, dass er Kate etwas Wichtiges erzählen muss. Aus Müdigkeit verschieben sie das Gespräch auf den nächsten Tag. Doch dazu kommt es nicht mehr – denn der nächste Tag ist der 11. September 2001. Patrick arbeitet im World Trade Centre und überlebt die Anschläge nicht.

Dreizehn Jahre später hat sich Kate ein gutes Leben aufgebaut. Ihr Job als Musiktherapeutin macht ihr großen Spaß, und sie hat wieder eine Beziehung. Mit Dan, der höflich und zuvorkommend ist, gut aussieht und Kate alle Wünsche erfüllt. Als er ihr – vor ihrer Familie und ihren Freunden – einen Heiratsantrag macht, sagt sie Ja. Doch ihre Antwort kommt nicht aus tiefstem Herzen. Verrät sie ihre Liebe zu Patrick, wenn sie Dan heiratet? Wird sie Dan genau so lieben können wie ihren ersten Mann? Und warum kann sie Patrick noch immer nicht loslassen? In der Nacht nach der Verlobungsfeier hat Kate einen außergewöhnlich lebhaften Traum von Patrick – und von einer gemeinsamen Tochter, Hannah. Der Traum lässt sie nicht los, und immer wieder kehrt Kate nachts in dieses so vertraute und doch fremde Leben mit einem älter gewordenen Patrick und einer vierzehnjährigen Tochter zurück. Warum weiß sie so viele Dinge über Hannah, die sie eigentlich nicht wissen kann? Kate versucht zu verstehen, was diese Träume bedeuten – und dabei gelingt es ihr endlich, das Rätsel um Patricks Geheimnis zu lösen, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen und wieder glücklich zu werden.

Kristin Harmel hat es geschafft, dass mir Kate richtig ans Herz gewachsen ist – und das, obwohl ich sie manchmal sehr naiv fand. Oft wollte ich sie schütteln, ihr Dinge zurufen, ihr auch mal die Meinung sagen. Die Handlung des Romans ist sehr vorhersehbar, leider weiß man schon sehr früh, was Patrick Kate erzählen wollte und was sie erst auf den letzten Seiten versteht. Trotzdem  (und zu meiner eigenen Überraschung) habe ich den Roman gern gelesen und nicht aus der Hand legen wollen. Kates große Liebe zu Patrick, ihre Trauer, ihre Einfühlsamkeit, das alles hat mich berührt. Als Kate versteht, dass die Hannah ihrer Träume gehörlos ist, beginnt sie einen Kurs in Gebärdensprache und fängt an, mit gehörlosen Kindern Musiktherapie zu machen – ein für mich ganz neues Thema, das ich sehr spannend fand, auch das hat mir gut gefallen. Fazit: Kein Lieblingsbuch und keine große Überraschung, aber eine schöne und berührende Lektüre für entspannte Sonnenstunden auf dem Balkon.

 

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