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Freitagstipp: Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Anna McPartlin

Ich mag Bücher, die mich zum Weinen bringen. Und wenn ich zwischendurch auch noch lachen kann – umso besser! Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin war deshalb das perfekte Buch für mich.

»Es war ein strahlender Tag im April, und Mia ›Rabbit‹ Hayes, vierzig Jahre alt, innig geliebte Tochter von Molly und Jack, Schwester von Grace und Davey, Mutter der zwölf Jahre alten Juliet, beste Freundin von Marjorie Shaw und einzige große Liebe von Johnny Faye, begab sich ins Hospiz, um zu sterben.«

So beginnt Anna McPartlins neuer Roman. Mia, von allen Rabbit genannt, hat Krebs im Endstadium. Neun Tage lang begleiten wir Rabbit, ihre Familie und ihre Freunde dabei, wie sie allmählich der unausweichlichen Wahrheit ins Gesicht sehen, sich voneinander verabschieden und Tochter Juliet auf ihr neues Leben ohne Mutter vorbereiten. Das alles klingt ganz schrecklich traurig, und das ist es auch (ich wollte ja weinen …). Aber zum Glück hat Rabbits Familie – die Todkranke eingeschlossen – einen so großartig schwarzen Humor, dass es richtig Spaß macht, dieses Buch zu lesen. Ich bin ein besonders großer Fan von Rabbits Mutter Molly, die gern flucht, in jedes Fettnäpfchen tritt und zur Löwin wird, wenn es darum geht, ihre Kinder zu beschützen. Umso berührender ist es natürlich, wenn auch Molly einsehen muss, dass alles kämpfen nichts mehr nützt und sie nur noch eines für Rabbit tun kann: ihr den Abschied leichtmachen (und ihr heimlich die Sterbesakramente geben lassen, auch wenn Rabbit behauptet, sie nicht zu wollen). Aber nicht nur Rabbits Mutter, auch ihr Vater, ihre Geschwister und ihre beste Freundin haben eigene Geschichten, einen ganz besonderen Witz und sind so tolle Menschen, dass man sich am Ende des Buches um die zwölfjährige Juliet überhaupt keine Sorgen mehr macht. Anna McPartlin ist also etwas ganz Wunderbares gelungen: ein Ende, bei dem man richtig weinen muss, das aber auch so viel Wärme ausstrahlt, dass man überhaupt nicht anders kann, als mit dem Leben wieder versöhnt zu sein.

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