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Freitagstipp: Ashley Ream, 30 Tage und ein ganzes Leben

In 30 Tagen will Clementine sterben. Sie entsorgt alle Antidepressiva (gegen ihre bipolaren Störungen) im Klo, möchte ein letztes großes Kunstwerk erschaffen und überhaupt, die nächsten 30 Tage lang nur noch das tun, wonach ihr der Sinn steht und was zu einem durchdachten Abgang gehört – nämlich eine ganze Menge: ein neues Zuhause für ihren heiß geliebten Kater Chuckles finden, ihren Geliebten und gleichzeitig Therapeuten Miles zum Teufel jagen, überflüssige Teekannen aus dem Fenster werfen, einen Sarg kaufen, ein Betäubungsmittel illegal in Mexiko besorgen, schließlich würde man mit einem gezielten Schuss in den Kopf zu viel Dreck verursachen, und sich vor allem auf die Suche nach ihrem verschollenen Vater machen. Der Countdown läuft, Clementine stürzt sich in das Unterfangen „Ableben organisieren“ und nach Ablauf der 30 Tage ist nichts mehr so wie es vorher war …

Mir hat der Roman von Ashley Ream sehr gut gefallen, wenn man das bei einem so makabren Thema überhaupt sagen kann. Zunächst weiß man aufgrund der zahlreichen humorigen Szenen nicht, in welche Richtung die Geschichte laufen wird, bis die Autorin auch ernstere Töne anschlägt, die einen als Leser überraschen und die Protagonistin Clementine plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Mir war die leicht überdrehte Künstlerin von Anfang an sympathisch und ich mochte sie von Kapitel zu Kapitel mehr, denn am Ende des Tages bleibt sie zwar die erfolgreiche und spitzfindige Malerin aus L.A., aber sie ist auch ein zartes Pflänzchen, das einfach seinen Platz im Leben sucht und seinen Seelenfrieden finden möchte.

Einzig die Verpackung habe ich zu bemängeln, die ist meiner Meinung nach viel zu lieblich für das – bei allem Humor – doch recht ernste Buch und führt den Leser in eine falsche Richtung.

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