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Freitagstipp: Auf ein Glas Rotwein mit einem Vampir

Ich möchte euch heute eine großartige Liebesgeschichte vorstellen, die intelligent und sexy ist. Die Seelen der Nacht  ist der Auftakt zu der fantastischen All-Souls-Trilogie von Deborah Harkness. Ich hoffe, dass ich keinen bereits mit dem Stichwort Vampir vertrieben habe. Da ich jemand bin, die sich durch alle Genres liest, war er für mich kein Ausschlusskriterium. Für mich stand nur fest, dass ich nicht noch mal etwas wie Twilight lese, das Thema ist für mich durch – zugegeben, bei Erscheinen hatte ich auch meinen Spaß daran. Den Tipp für dieses Buch habe ich von einem Buchhändler bekommen, dem man es gar nicht zutraut. Stellt euch einen bilderbuchhaften Berliner Intellektuellen mit runder Goldrandbrille vor, der sonst nur „Literarisches“ liest und einem plötzlich „Das Beste, was die Fantasy gerade zu bieten hat“ unter die Nase hält. Das hat mich natürlich neugierig gemacht.

Die Amerikanerin Dr. Diana Bishop ist Historikerin und für ein Forschungssemester in Oxford. Sie versucht mit allen Mitteln ein normales Leben zu führen und verdrängt erfolgreich, dass sie einem berühmten Hexengeschlecht entstammt. Diana, nach der Göttin der Jagd benannt, ist eine unabhängige und witzige Protagonisten, sie ist kein „Opfer“ wie Bella Swan. (Die Namen sind Programm!) Durch Zufall fällt ihr in der Bibliothek das verschollen geglaubte Manuskript Ashmole 782 in die Hände, in dem das geheime Wissen über Vampire, Hexen und Dämonen enthalten ist. So gerät sie ins Zentrum einer uralten Fehde zwischen den Spezies. Auch Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler und 1500 Jahre alter Vampir, wird auf sie aufmerksam und spielt schon bald eine größere Rolle. Matthew ist mit seiner beachtlichen Lebenserfahrung eine sehr faszinierende und tiefe Figur, er ist nicht so selbstlos und aalglatt wie Edward Cullen. (Entschuldigt die Referenz…es handelt sich hier eindeutig um einen Titel, der sich an erwachsene Leser richtet!)

Dass die Autorin Professorin für europäische Geschichte ist, merkt man. Auch, dass sie viel Zeit in atmosphärischen Universitätsbibliotheken verbracht hat. Was verkopft und trocken klingt, ist in der Umsetzung gar nicht so. Im Gegenteil, die Kombination aus gut recherchiertem Inhalt, einem atemberaubenden Plot und einer wunderschönen Liebesgeschichte ist ihr wirklich gelungen! Harkness entwirft zunächst behutsam eine Welt, die neben den Menschen noch von drei weiteren Spezies bewohnt wird, und findet dabei immer Erklärungen historischer und naturwissenschaftlicher Natur. Rein äußerlich unterschieden sich Dämonen, Vampire und Hexen nicht voneinander. Es sind Fähigkeiten, Charakterzüge und Genetik die variieren. Während die Hexen ein sterbliches Leben führen und sich in jene aufteilen, die Magie besitzen und jene, die lernen sie zu kontrollieren, sind die Vampire unsterblich und mit allen Attributen des Raubtiers ausgestattet. Dämonen, die zufällig von Menschen gezeugt werden, sind charismatische, genial-wahnsinnige Wesen (ich bin mir sicher, dass z.B. Mozart und Dali zu ihnen gehören). Die Geschichte dieser unterschiedlichen Wesen ist von Kriegen und Konflikten gezeichnet, was dazu führte, dass sie eine Art Codex für ihre Koexistenz entwickelt haben. Unter anderem enthält er, dass zwei einer Spezies nicht heiraten dürfen…

Toll sind außerdem die Beschreibungen des Weinkonsums im Buch. Vampire ernähren sich auch hier primär von Blut, sind aber eben auch große Weinexperten, da sie mit ihren geschärften Sinnen die feinsten Aromen herausschmecken! So spielt der Wein eine große und sehr sinnliche Rolle. Ich empfehle beim Lesen ein Glas Rotwein parat zu habe. Dazu passend der prämierte Weinblog der Autorin.

Ich habe diese Buch verschlungen und freue mich sehr, dass ich Band 2 und 3 noch vor mir habe! Im zweiten kommt ein weiteres Element hinzu, bei dem die Autorin als studierte Historikerin nur Punkten kann: Das Zeitreisen!

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3 Kommentare

  1. Marion sagt

    Die Bücher werde ich mir nächste Woche in meiner Bibliothek ausleihen. Ich hatte den ersten Band nach Erscheinen schon mal in der Hand, wollte aber warten bis die Trilogie komplett da ist und dann ist es in Vergessenheit geraten. Danke fürs Erinnern!

  2. Ich habe Band 1 auch gelesen, fand aber das komplette Konstrukt viel zu wild und abgehoben(und das von einem totalen Fantasyfan!). Band 2 und 3 bleiben für mich deshalb im Regal stehen.

    LG, Franziska

    • Theresa sagt

      Hey Franziska, schade, dass es dir nicht so gefallen hat wie mir, aber danke für deinen Beitrag! LG, Theresa

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