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Freitagstipp: Der Engelsbaum – Lucinda Riley

Nachdem der Winter diese Woche erneut sein wahres Gesicht gezeigt hat, habe ich beschlossen, mich einem schönen Schmöker zuzuwenden.

Das Cover passte zur aktuellen Schneelandschaft und versprach gute Unterhaltung, also habe ich mich der Bestseller-Autorin Lucinda Riley zugewandt. „Der Engelsbaum“ ist ein generationenübergreifender Liebesroman mit vielen Twists, die mich wirklich unterhalten und gleichzeitig verstört haben.

Kurz zum Inhalt: Drei Frauen stehen im Mittelpunkt der Handlung. Greta, Cheska und Ava. Die Handlung beginnt mit Greta, die bei einem Verkehrsunfall ihr Gedächtnis verloren hat und nun auf den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit ist. Warum kann sich Greta an nichts vor dem Unfall erinnern?

Wir springen zurück in der Zeit, der Zweite Weltkrieg ist vorbei und Greta ist eine junge Tänzerin im Londoner Windmill Theatre. Sie lernt den Amerikaner Max kennen und verspricht sich eine finanziell abgesicherte Zukunft. Gleichzeitig ist er aufmerksam und attraktiv. Was zunächst wie eine verstandesgeleitete Entscheidung wirkt, wird zur Liebe. Doch Greta verschweigt ihm, dass sie als leicht bekleidete Tänzerin ihren Lebensunterhalt bestreitet. Doch Geheimnisse haben natürlich die Angewohnheit sich ihren Weg ans Tageslicht zu bahnen. Max findet heraus, dass Greta eine Tänzerin ist und verlässt sie, ohne auch nur ein Wort an sie zu richten.

Kurz nach seinem Verschwinden stellt sich heraus, dass Greta schwanger ist. Was zunächst wie eine ausweglose Situation wirkt, wird für Greta zur Chance. Mit Hilfe ihres guten Freundes David verschwindet Greta aufs Land nach Wales. Sie lernt einen älteren Mann kennen, der in Gretas Schwangerschaft eine Chance sieht. Owen möchte einen Nachfolger für das Herrenhaus Marchmont und Greta eine sichere Zukunft für sich und ihr Kind. (Kinder, wie sich herausstellt. Greta bekommt Zwillinge.) Greta heiratet Owen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Nachdem Gretas Sohn stirbt, flüchtet sich Owen in Alkoholexzesse. Er verkraftet den Tod des Jungen nicht, sodass Greta sich gezwungen sieht ihn zu verlassen. Greta und ihre kleine Tochter stehen vor dem nichts.

Cheska und ihre Mutter haben Glück. Das kleine Mädchen, das aussieht wie ein Engel, wird von Regisseuren entdeckt. Und hier beginnt das wahre Drama. Cheska wird in kurzer Zeit zum Kinderstar, und wir wissen ja, was das bedeutet.

Greta und ihre Tochter sind finanziell abgesichert, doch Cheska ist ein mentales Wrack. Und leider passiert das, was ihr wahrscheinlich schon befürchtet habt: History repeating itself. Cheska erleidet das gleiche Schicksal wie ihre Mutter. Sie wird schwanger. Und auch diesmal zieht sich der Vater aus der Verantwortung. Cheska bekommt Ava…

Soweit nur zur groben Handlung. Irgendwie hat man die Geschichte schon öfter gehört. Doch Lucinda Riley schafft es wirklich auf tolle Art die Figuren zum Leben zu erwecken. Die Psychologisierung der Charaktere hat mich absolut überzeugt. Wie gut ihr das gelingt, habe ich vor allem bemerkt, als mich Cheska wahnsinnig gemacht hat. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber Cheska leidet unter einer psychischen Störung, die von ihrem Umfeld zunächst ignoriert wird.

Auch mit Greta hatte ich meine Probleme. Einerseits starke Frauenfigur, andererseits eine Frau, die die Bedürfnisse ihrer eigenen Tochter völlig zu vernachlässigen scheint. Sehr ambivalent.

Zum Glück gibt es noch Ava, die irgendwie alles ein wenig versöhnlicher macht.

Doch gerade die Figuren, die uns wirklich verstören, uns wütend machen und uns den letzten Nerv rauben, sind meistens diejenigen, die uns lange verfolgen und nachklingen…Ein sehr guter Schmöker für kalte Tage.

3 Kommentare

  1. Kerstin sagt

    Hallo – nein das Buch kenn ich jetzt noch nicht.
    Ist notiert und bereits auf meiner Merkliste verzeichnet. Danke

    Lese zur Zeit gerade von Luanne Rice “ Wo das Meer den Himmel umarmt“ kann ich nur empfehlen.
    Ein sehr sentimentales Buch wie ich finde. Die Autorin nimmt das Thema Krebs ganz behutsam auf und verarbeitet es bei ihrer Protagonistin Sarah Talbot. Die gerade den Krebs so gut wie besiegt hat. ( ihre Mutter ist daran bereits auch gestorben) In dieser schweren Phase ihres Lebens lernt sie, wie sollte es anders sein – einen gutaussehenden Mann kennen. Einen Piloten, geschieden, 2 Kinder Sohn und Tochter. Der Sohn von Will ist verunglückt und dadurch ist die Ehe auf der Strecke geblieben. An einen Feiertag chartert Sarah Wills Flugzeug und sie fliegen in ihre Heimat. Wo der Vater noch lebt und Sarahs Sohn Mike.
    Dort trifft sie auf Vergangenheit und Gegenwart.
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    Bis dahin hab ich grad gelesen. Bin jetzt natürlich gespannt, was aus dem Pärchen Sarah und Will wird. Ob ihr Sohn wieder heim findet. Und ob die Beziehung zwischen Sarahs Vater und ihr wieder in die richtigen Bahnen läuft.

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    Die erste Bestellung per Buch ist auch schon raus.
    Kristina Steffan “ Nicht die Bohne“ und von Karen Witemeyer “ Eine Frau nach Mass“ kenne beide Autorinnen noch überhaupt nicht und bin auf die Lektüre sehr gespannt

    Was ich auch unbedingt jeden der gute Lektüre mag ans Herz legen möchte ist Joel Dickers “ Die Wahrheit über den all Harry Quebert“ im Piper Verlag erschienen 720 Seiten geballte lesenswerte Literatur

  2. Kerstin sagt

    diese Buch ist absolut empfehlenswert

    meine kurze Rezension
    Die Autorin schafft es Vergangenheit und das Hier und Jetzt super zu kombinieren.
    Das Buch spielt in der Zeit von 1945-1985 . Thematik ist eigentlich simpel. Gegenwart: „Eine Frau die Jahrzehnte ihr Gedächtnis nach einem Unfall verloren hat.“ Vergangenheit dieser Frau: „Junge Mädchen flieht aus ihrem Elternhaus, verliebt sich blutjung und wird schwanger. Guter Freund (der sie liebt) schickt sie zu seiner Mutter aufs Land, dort ergreift sie die Chance einen älteren reichen vergrämten Junggesellen zu heiraten. Bekommt ihre Kinder – flieht dann vor altem Ehemann – die Tochter wird für den Film entdeckt, Mutter lebt ihr eigene Leben an der Tochter aus. Ich fand dieses Buch am Anfang sehr mit seinen Charakteren überhäuft, man wurde reinweg erschlagen damit – so viele imaginäre Menschen auf einmal kennen zu lernen, Aber im Laufe des Buches wurde die Verknüpfung der Vergangenheit mit der Gegenwart sehr gut ineinander eingeflochten. Wobei ich auch fand das es Charaktere gab die recht platt daher kamen

    • Duygu sagt

      Liebe Kerstin,

      vielen Dank für deine Rezension. Es ist immer sehr schön, wenn ein Dialog auf dem Blog entsteht. Weißt du schon was du als nächstes liest? Bei mir wird es Die Frauen der Rosenvilla von Teresa Simon werden. Könnte dir thematisch auch gefallen, falls du es noch nicht kennst.
      Herzliche Grüße
      Duygu

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