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Freitagstipp: Die Geometrie der Liebe

Die Geometrie der Liebe

Montagabend und dringend Erholung vom ersten Tag der Woche gebraucht. Was bietet sich bei diesem Wetter mehr an, als sich mit einen (kurzen!) Buch mit einem wunderschönen und vielversprechenden Titel in den Englischen Garten zu legen und abzuschalten. Da  kam mir Die Geometrie der Liebe gerade recht. Denkste, Anna. Denn dieser Roman hat es in sich:

Der Erzähler von Die Geometrie der Liebe, er arbeitet in einem Zeitungsarchiv, trifft auf einer Schiffsüberfahrt von Italien nach Griechenland, eine attraktive, kapriziöse Sinologin. Aus einer Affäre wird eine leidenschaftliche Beziehung, die die beiden auch nach ihrer Rückkehr nach Neapel weiterführen. Doch das Misstrauen des Erzählers wird geweckt, als er bei seiner Arbeit ein Zeitungsfoto eines Raubüberfalls entdeckt. Er glaubt, darauf seine Geliebte zu erkennen, nur dass sie ihm erzählte, zu jenem Zeitpunkt bei ihrer Mutter gewesen zu sein. Ist sie überhaupt ehrlich zu ihm? Vom Misstrauen geplagt beginnt er ein psychologisches Katz-und Maus-Spiel mit der Geliebten, bei dem die Rollen der beiden schnell verschwimmen. Nachdem sie ihm gesteht, ihn betrogen zu haben, und sich immer mehr in Widersprüche verstrickt, rächt er sich mit einer Affäre. Und seine Welt fängt an bis in die Grundfesten zu bröckeln.

Was auf den ersten Blick wie eine normale Beziehungsgeschichte aussieht, ist so viel mehr. Dieses Buch ist in jeder Hinsicht intensiv. Luigi Trucillo schreibt unglaublich poetisch und tief, seine Gedanken zur Liebe und zum Leben sind teilweise erschütternd, gar verstörend, und er geht den Dingen auf den Grund, ist beinahe besessen von der Wahrheitssuche des hochintelligenten Erzählers. Auch wenn der Roman läppische 157 Seiten hat, las ich gefühlt ewig daran. Immer wieder musste ich die Sätze wiederholen, sie durchdringen, so schwierig und gleichzeitig wunderbar ist es, diesem Erzählrhythmus zu folgen. Und auch der Titel des Buches passt wie die Faust aufs Auge. Gleicht die Weise des Erzählers, die Liebe durchdringen zu wollen, doch tatsächlich der Mathematik.

Auch wenn sich dieser Roman der verwöhnten Leserin kommerzieller, leicht zugänglicher Literatur nicht sofort anschmeichelt – Daumen hoch -, oder vielleicht gerade deshalb. Ich hoffe auf weitere Übersetzungen dieses wunderbaren italienischen Autors ins Deutsche. Und entspanne einfach nach Lektüre.

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