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Freitagstipp: Meg Wolitzer – Die Interessanten

Fahrrad und Buch

Lebe ich das Leben, das ich leben will?

Stell dir vor, es ist 1974, du bist 16 Jahre, hast eine Pudel-Dauerwelle und kommst aus einem tristen Vorort von New York. Keine guten Voraussetzungen für Julie, die zudem gerade ihren Vater verloren hat und deshalb traurig und verloren in einem Sommercamp eintrifft.  Für sie ist es ein Wunder, dass Ash Wolf, die reiche, schöne, junge Frau aus downtown New York, sie zur Freundin erwählt. Und dann wird sie auch noch in einem Club aufgenommen, der sich „die Interessanten“ nennt. Sechs junge Leute, die Günter Grass lesen, Joints rauchen und noch nicht wissen, dass sie schon bald Dinge erleben, die alles verändern werden.

So folgen wir 600 Seiten lang drei Frauen und drei Männern  auf dem Weg durchs Leben. Die amerikanische Schriftstellerin Meg Wolitzer entwirft hier das Porträt einer ganzen Generation. Über vierzig Jahre hinweg begleiten wir sechs Menschen, die glaubten, die Welt läge ihnen zu Füßen. Aber wie im wahren Leben hat der Alltag seine eigenen Gesetze und Momente des Glücks sind eben nicht von Dauer. Mich hat dieser großangelegte Gesellschaftsroman einen ganzen Urlaub lang begleitet. Das Schicksal von Ashs Bruder ging mir sehr nahe. Und Julie, die bald von allen Jules genannt wird, und immer Angst hat, nicht dazuzugehören, hat mich noch lange beschäftigt. Ein Roman, der nicht auf jeder Seite spannend ist, aber in der grandiosen Übersetzung von Werner Löcher von Wärme und Menschlichkeit erzählt.

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