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Freitagstipp: Die Liebenden von der Ile de Ré

Auf der Ile de Ré habe ich einen unvergesslichen Sommer verbracht. Vor allem an dunklen Herbstabenden wie heute träume ich mich gern auf die wunderschöne Atlantikinsel zurück. Was für ein Glück, dass mir vor Kurzem die passende Lektüre dazu in die Hände gefallen ist: Gabriele Jarics Roman Die Liebenden von der Ile de Ré.

Heute Nachmittag bin ich eingetaucht in die Geschichte von Charlotte, die gerade vor den Trümmern ihres Lebens steht: Sie hat für eine Liebe alles aufgegeben, ist nach Amerika gezogen, doch ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt. Schweren Herzens – wegen des Mannes, vor allem aber auch wegen dessen Tochter, zu der sie inzwischen eine enge Beziehung aufgebaut hat – packt sie ihre Koffer und kehrt nach Europa zurück. Zurück nach Europa heißt für Charlotte aber auch zurück zu den Spannungen in ihrer Familie. Zwischen Deutschland und Frankreich und bei verschiedenen Verwandten aufgewachsen, gibt es für Charlotte viele Orte, die Heimat bedeuten, und gleichzeitig eine Sehnsucht nach einem Halt und einer Stabilität, die auch die amerikanische Liebe ihr nicht bieten konnte. Kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland dann die Überraschung, die ihrem Leben unverhofft eine neue Richtung weist: ein Erbe auf der Ile de Ré im Atlantik. Charlotte, die das Meer liebt und dort immer Ruhe findet, fährt nach Frankreich. Die Auseinandersetzung mit ihrer Familie führt sie auch zu den unbeantworteten Fragen, zu dem Schweigen und den Tabus. Was geschah vor vielen Jahren, das die enge Freundschaft zwischen ihren deutschen und ihren französischen Großeltern für immer zerstörte? Charlotte macht sich auf die Suche nach einem Weg der Versöhnung und auch nach ihrer eigenen Zukunft. Sehr gern folgt man ihr dabei – eine sehr sympathische Protagonistin, ein spannendes Familiengeheimnis und die wunderschöne Atlantikkulisse: perfekte Lektüre für dunkle Herbstabende!

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