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Freitagstipp: Die Sehnsuchtsfalle von Hera Lind

Hera Lind Sehnsuchtsfalle

Was bringt eine Frau dazu, sich mit fadenscheinigen Argumenten nach Brasilien locken zu lassen? Warum merkt sie nicht, dass sie dort als Drogenkurier eingesetzt wird? Und wie gelingt es ihr, die Jahre der Hölle im Gefängnis zu überstehen?

Die Antwort auf all diese Fragen ist: Liebe. Weil Rita Rosario nicht wahrhaben will, dass die Liebe ihres Lebens einen tödlichen Unfall hatte, lässt sie sich von zwielichtigen Freunden in die Falle Locken. Weil sie in Brasilien dem angeblichen Bruder ihres Geliebten vertraut, nimmt sie merkwürdig verpackte Pakete mit ins Flugzeug. Und weil sie in Deutschland einen kleinen Sohn zurücklässt, den sie noch einmal in ihrem Leben sehen möchte, überlebt sie die Jahre im brasilianischen Gefängnis, obwohl sie unvorstellbare Qualen erleidet. Hera Lind beschreibt in ihrem neuen packenden Tatsachenroman das Schicksal einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, obwohl sie oft nicht weiß, wie sie weiterleben soll. Bei der Lektüre saß ich oft kopfschüttelnd auf dem Sofa und konnte kaum glauben, wozu Menschen in Ausnahmesituationen fähig sind. Der Autorin gelingt es, die Beweggründe und die Psychologie der Rita Rosario so mitfühlend und präzise zu schildern, dass ich genau verstehe, warum sie in diese fatale Situation geraten ist. Das ist die Kunst, die Hera Lind perfekt beherrscht: Sie schreibt die tatsächlich erlebten Geschichten ihrer Leserinnen so auf, dass wir uns mit den Charakteren bis zur letzten Seite identifizieren können.

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