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Freitagstipp: Ein Gespräch über La La Land

La La Land

Die Oscar-Verleihungen stehen kurz bevor, und ein Film ist in aller Munde: La La Land.

Mit 14 Nominierungen setzt das moderne Musical im Stil der Hollywood-Klassiker aus den 50ern seinen rekordverdächtigen Siegeszug fort. Michelle und Anja waren im Kino und haben danach ein bisschen Meinungsaustausch betrieben …

MICHELLE: Es ist schon eine Weile her, dass ich La La Land gesehen habe. Anfangs dachte ich noch: Was? Ein Musical? Im Kino? Aber nachdem der Film einige Golden Globes eingesackt hat, habe ich mir einen Ruck gegeben. Ich saß im vollbesetzten englischen Kino, die Stimmung war ausgelassen, Popcorn-Pflicht, und los ging es.

ANJA: Einen Ruck musste ich mir gar nicht geben – schließlich spielt Ryan Gosling mit. Und tatsächlich habe ich auch gar nicht unbedingt etwas gegen Filme, in denen gesungen wird. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass mir nicht klar war, WIE VIEL gesungen und getanzt werden würde …

MICHELLE: Ich glaubte auch zu wissen, was mich erwartet, aber als es dann bereits in der ersten Minute richtig abging, war ich doch erst mal irritiert.

Nach und nach kommt man dann rein und lässt sich einfach in diese Welt der alten Filmklassiker entführen.

ANJA: Wobei ich bei der Schwebe-Szene im Planetarium einen kleinen Fremdschäm-Moment hatte. Filmklassiker-Anspielung hin oder her, das war mir zu viel. Auch bei der ersten Stepptanz-Einlage brauchte ich einen Moment, um mich darauf einzulassen. Aber dann ist es schon sehr romantisch – und auch witzig!

MICHELLE: Und Ryan Gosling – der kann einfach alles spielen! Wusstest du, dass er extra für diese Rolle Klavierspielen gelernt hat? Es spielt zwar im Film immer die gleichen Songs, aber die beherrscht er perfekt.

ANJA: Eine Gesangskarriere steht aber wohl weder Ryan Gosling noch Emma Stone offen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – berühren sie einen …

MICHELLE: Wie fandst du den Soundtrack? Ich hatte eine Woche lang einen Ohrwurm … City of Stars / Are you shining just for me/

ANJA: Danke, jetzt habe ich den Ohrwurm auch gleich wieder.

MICHELLE: hach ja … die Chemie zwischen Ryan und Emma ist großartig. Denen nimmt man das Liebespaar einfach ab, man fühlt so mit ihnen mit.

ANJA: Ja, das neue Hollywood-Traumpaar …

MICHELLE: Ich fand es befreiend, dass es kein Happy End im klassischen Sinn gab, das hat dem Film echt gut getan, dass zumindest bei dieser Szene weniger auf die Romantiktube gedrückt wurde – sonst wäre das ein wenig too much geworden.

ANJA: Aber das Ende hat mich schon sehr traurig gemacht … Vor allem für Ryan Gosling bzw. Sebastian … Wahrscheinlich hätte ich ein klassisches Happy End auch nicht gut oder sogar langweilig gefunden, nur ist es doch irgendwie absolut nicht plausibel, dass die beiden nie wieder Kontakt hatten und sie nicht herausfinden wollte, ob er seinen Traum vom eigenen Jazzclub verwirklicht hat so wie sie ihre Schauspielkarriere (was sie ihm noch dazu zu verdanken hat). Ja, ich weiß, viel zu „inhaltistisch“ … So ein wehmütiges Ende ist ja auch auf seine ganz eigene Weise schön, auch wenn es mir mein sentimentales Herz schwer gemacht hat. Und mit rosarotem Happy End hätte der Film sicher nicht so viele Oscar-Nominierungen bekommen. 😉

MICHELLE: Dann können wir dem Film nur noch die Daumen für die Oscars drücken, 14 Nominierungen sprechen ja für sich und zu recht: der Film macht einfach LA LA-LAUNE!

ANJA: Ich habe auch eine Rezension gelesen, die die Überschrift „La-la-langweilig“ trug … Das sehe ich aber trotz meiner Kritik nicht so. Ich habe den Film sehr gern angeschaut, und er hat mich auch wirklich berührt, sodass ich mich auf jeden Fall eher den vielen begeisterten Stimmen anschließen würde. Allein, weil er einfach etwas anderes ist, sollte man den Film gesehen haben (wenn man nicht gerade eine totale Musical-Aversion hat, dann erträgt man es nicht). Und Ryan Gosling würde ich den Oscar natürlich sowieso gönnen.

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