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Freitagstipp: Elena Ferrante „Die Geschichte der getrennten Wege“

Elena Ferrante Band 3

Das #FerranteFever will nicht sinken – voll Vorfreude habe ich auf den dritten Band der „Neapolitanischen Saga“ gewartet, in der es um die besondere Freundschaft zwischen Elena und Lina geht. Elena Ferrante selbst hat gesagt, dass sie die vier Romane eher als einen großen begreift, der aufgrund der Länge seriell publiziert werden musste. Und so verwundert es auch nicht, dass die Bände eins und zwei jeweils auf einem Cliffhanger enden, bei dem der Leser das Gefühl hat, wahrlich aus der Geschichte herausgerissen zu werden – aber eben auch das wunderbare Gefühl, noch lange nicht genug von Elenas und Linas Welt gelesen zu haben.

Band zwei, Die Geschichte eines neuen Namens

endet damit, dass Nino Sarratore, für den Elena seit ihrer Jugend schwärmt, der aber eventuell der Vater von Linas Sohn ist, plötzlich bei einer ihrer Lesungen auftaucht. Die Geschichte der getrennten Wege knüpft hier mehr oder weniger nahtlos an: Die Lesung ist vorbei, doch auch Elenas Verlobter Pietro erscheint auf der Bildfläche und stört Elenas und Ninos Aufeinandertreffen empfindlich. Elenas Roman wird ein großer Erfolg, sogar im Rione, ihrem alten neapolitanischen Viertel, macht ihr Buch die Runde. Und schließlich heiratet sie Pietro, der aus einer angesehenen Akademikerfamilie stammt, obwohl ihr Herz eigentlich Nino gehört.

Auch Lina ringt noch immer mit ihrer schwierigen Situation

Sie arbeitet unter unmenschlichen Bedingungen in der Soccavo-Fabrik, kümmert sich abends um ihren Sohn und hilft Enzo bei dem Versuch, sich weiterzubilden. Ihre Gesundheit leidet unter dieser Belastung, und als sie sich auch noch widerwillig überreden lässt, im Namen der kommunistischen Partei gegen die Fabrik vorzugehen, droht sie vollends unter der Last zusammenzubrechen. Elena eilt ihr zur Hilfe. Und wir werden erneut Zeuge ihrer ganz besonderen Freundschaft, die aus einem komplexen Wechselspiel von Zuneigung, Anerkennung, Neid und Konkurrenz besteht. Doch dann tritt Nino Sarratore, der Mann, den beide lieben, wieder in ihr Leben, und stellt ihre Freundschaft abermals auf eine harte Probe …

Elena Ferrante spinnt die Geschichte einer berührenden Freundschaft

weiter die so ehrlich, schonungslos, intensiv und empathisch, so echt beschrieben wird, wie man es sonst nur selten liest. Der Suchtfaktor der ersten beiden Bände stellt sich auch bei Die Geschichte der getrennten Wege ein. Man leidet mit Elena und Lina, man freut sich mit ihnen, man folgt ihnen einfach unglaublich gerne auf ihrem Weg. Und man will natürlich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Leider müssen wir uns noch bis Februar 2018 gedulden, dann nämlich erscheint Die Geschichte des verlorenen Kindes, der vierte und letzte Band der Reihe. Das #FerranteFever wird bis dahin aber sicher nicht sinken, im Gegenteil: Der dritte Band lässt es zunächst wieder kräftig ansteigen.

Ferrante

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