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Freitagstipp: Florence Foster Jenkins

Florence Foster Jenkins

Ich möchte diesen Freitagstipp kurz vor Weihnachten Hugh Grant widmen. Ich nenne ihn jetzt einfach mal Hugh. Hugh, den ich schon immer charmant und smart fand, der mir aber irgendwann auch etwas auf die Nerven ging, weil er sich allzu sehr auf seinen Hundeblick und seine wuschelige britische Frisur verließ. Der außerdem durch seine Interviews, in denen er sich unentschlossen und bindungsscheu gab, nicht gerade an Sexappeal für mich gewann. Kurz – Hugh, der vor meinem inneren Augen irgendwie zum Staubfänger geworden war.

Und dann das: Hugh in dem Film Florence Foster Jenkins. Eigentlich habe ich mir den Film angesehen, weil ich die wahre Geschichte der komplett talentfreien Starsängerin Florence Foster Jenkins kurios und faszinierend fand. Sie nahm sogar eine Platte auf, die ein echter Verkaufshit wurde, und sie trat in der legendären Carnegie Hall auf. Sie war allerdings nicht in der Lage, auch nur einen schönen Ton zu singen.  Florence Foster Jenkins lebte trotzdem ihren Traum. So eine Geschichte kann sich nur das Leben ausdenken. Ich war mir sicher, dass Meryl Streep diese Frau wie immer souverän liebenswert und leicht nervös spielen würde. Und das tat sie auch. Es ist eine wahre Freude, ihr zuzusehen.

Das eigentliche Ereignis in diesem Film ist aber Hugh. Er spielt den Ehemann von Florence, einen wahrhaft liebenden, nicht immer treuen aber doch so zugewandten Ehemann, dass er all ihre Träume mitträumt. Hugh ist älter geworden, und es steht ihm unglaublich gut. Ein paar graue Haare durchziehen seinen britischen Schopf, er hat männlich-seriöse Falten um die Augen und ist stets perfekt gekleidet. Wenn Florence anhebt zu singen und der erste schiefe Ton erklingt, zucken seine Gesichtsmuskeln kaum sichtbar aber so ausdrucksstark, dass man dahinschmilzt. Ein leichtes Zwinkern, und sofort ist klar: Er wünschte sich, sie würde nicht singen, aber er liebt sie so sehr, dass er sich einbildet, es sei doch nicht so schlecht. Rigoros ahndet er alle Menschen, die auch nur andeuten, seine Frau könne nicht singen. Und am Ende weint er bittere Tränen mit ihr, als ihr klar wird, dass sie sich zum Gespött der Leute macht. Hugh ist plötzlich gar nicht mehr nur wuschelig und charmant sondern die Liebe und Hingabe in Person. Ich kann euch nur raten: Lasst euch dieses Ereignis nicht entgehen!

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