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Freitagstipp: Miss You von Kate Eberlen

Rezension Miss You
Es ist Sonntag, und die Sonne scheint

(Wichtige Anmerkung der Redaktion: Lisa hat den Artikel noch im Spätsommer geschrieben…)

Ich bin davon heute allerdings gar nicht sooo begeistert, ich wollte nämlich auf dem Sofa rumhängen und lesen. Nun gut, bei den wenigen Sonnentagen diesen Sommer muss ich fast raus, dann fahre ich jetzt halt ins Schwimmbad, auch wenn ich schon ahne, dass das keine besonders gute Idee ist (ich sollte recht behalten …). Aber ich habe noch so eine Ahnung – nämlich, dass mich das Buch, das ich heute lesen will, in ausreichendem Maß von der lauten Umgebung ablenken wird.

Das Buch heißt Miss You, und geschrieben hat es die englische Autorin Kate Eberlen. Und es wurde mir persönlich ans Herz gelegt, was auch der Grund ist, warum ich mir einen ganzen Tag dafür „reserviert“ habe.

Der Klappentext macht schon mal sehr neugierig:

Klappentext

In einer einigermaßen bequemen Position fange ich an zu lesen, und es dauert nicht lang, da ist die Schwimmbadkulisse völlig in den Hintergrund getreten, so, wie ich es mir erhofft hatte.

Der Roman beginnt in Italien, denn dort begegnen sich Tess und Gus das erste Mal, als beide gerade mal 18 Jahre alt sind. Was folgt, sind 576 Seiten zum Mitfiebern, denn es ist (auch ohne den Klappentext gelesen zu haben) ganz klar: Diese beiden gehören einfach zusammen. Aber irgendwie ist nie der richtige Moment da, denn ihre Wege kreuzen sich zwar diverse Male, doch das Schicksal hat immer anderes mit ihnen im Sinn.

Und das genau ist es, was das Buch so besonders macht – man folgt beiden (die Kapitel sind abwechselnd aus ihrer und seiner Sicht geschrieben), man leidet mit, da beide mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben (Gus’ Bruder verstarb früh bei einem Skiunfall, und er gibt sich bis heute die Schuld dafür, Tess’ Mutter verlor kurz nach der Italienreise den Kampf gegen den Krebs), und man freut sich mit ihnen, denn der Roman ist nicht todtraurig – es passieren auch viele schöne Dinge, denn so spielt es nun mal, das Leben. Aber was eben mit am meisten Spaß macht, ist das Suchen nach den „Berührungspunkten“ ihrer beider Geschichten, die die beiden oft selbst gar nicht bemerken, der Leser (okay, besser gesagt: die Leserin) aber durchaus.

Eine klassische Liebesgeschichte ist Miss You nicht, und doch ist der Roman voller Liebe aller Arten – zur Familie, zu Freunden und auch zu sich selbst. Er ist traurig und lustig und hoffnungsvoll, und als ich die letzten Seiten lese (inzwischen auf meinem Balkon mit einem Aperol Spritz angekommen), tue ich das extra langsam, weil ich mich noch gar nicht von Tess und Gus trennen will.

Und wenn eine Lektorin sagt, sie liest extra langsam, dann will das wirklich was heißen.

Miss Yozu auf dem Balkon

2 Kommentare

  1. TheWonderlandBooks sagt

    Hallo 🙂

    Ganz toller Beitrag! Jetzt ist das Buch endgültig auf meinem Wunschzettel gelandet. Vielen Dank!

    Liebe Grüße
    Yvonne

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