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Grey – Die Geschichte dahinter

E L James, Grey

Nur noch 16 Tage, dann ist er endlich da: Der 21. August. Der Tag, auf den wir schon die ganze Zeit warten. Der Erscheinungstag von Grey. E L James erzählt die Liebesgeschichte zwischen Christian und Ana noch einmal ganz neu – aus Christians Perspektive. Die Ankündigung dieses Buches vor wenigen Wochen war eine große Überraschung für alle Fans – aber auch für den Verlag, wie uns die Goldmann-Lektorin Barbara Heinzius verrät …


Als ich mich Ende Mai in einen zweiwöchigen Frühsommerurlaub verabschiedete, sagte ich zu meinen Kolleginnen: „Ich habe alles angeleiert, ihr müsst euch um nichts kümmern – es sei denn E L James liefert einen neuen Roman, haha.“ Das sollte ein Witz sein. Während der ersten Urlaubswoche, die ich sehr genoss, blieb es auch ein Witz. Dann kam der 1. Juni 2015. Über mein Smartphone ging ich ins Netz – weil ich wissen wollte, wann das Relegationsspiel der 60’ger ist und ob es im Fernsehen übertragen wird. Der Zweitligafußball rückte aber von einer Sekunde auf die andere gänzlich in den Hintergrund. Auf der Google-Startseite werden mir vorab zusammengestellte Nachrichten angeboten. Und was hatte die Suchmaschine für mich ausgesucht: Die Focus-Headline „Weltsensation. E L James bringt neues Fifty Shades of Grey-Buch heraus.“ Kann ja nicht sein, dachte ich. Davon wüssten wir ja. Als dann aber viele weitere Online- und sozialen Medien dasselbe berichteten, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich einfach keine dummen Witze machen darf. E L James war mit ihrer Ankündigung, am 18. Juni FSOG aus Christians Sicht zu veröffentlichen, jedenfalls ein Supercoup gelungen. Und uns musste ein Superschnellschuss (das ist ein Fachbegriff, der keinen inhaltlichen Bezug zum Roman hat!) gelingen. Die zweite Ferienwoche verbrachte ich nun damit, Übersetzerinnen zu suchen, die Zeit und Lust auf Sex hatten, also rein textlich gesehen. Und als ich nach meinem Urlaub wieder in den Verlag zurückkam, hatte ich nicht, wie üblich, vor lauter Urlaubsfeeling mein Passwort vergessen, sondern war sowieso schon seit Tagen mit dem guten Christian beschäftigt. Ja, Mr Grey hatte mich fest im Griff. Er gehörte allerdings nicht mir allein, ich musste ihn vielmehr mit fünf Übersetzerinnen, einer freien Lektorin, meiner Chefin und den Kolleg/-innen aus Presse, Vertrieb, Werbung und Herstellung teilen. Wir alle standen morgens mit Christian auf und gingen abends mit Christian ins Bett. Aber Sex sells nicht nur, er motiviert anscheinend auch. Zumindest konnten wir Grey bereits eine ganze Woche vor unserem ambitioniert geplanten Termin in Druck geben. Einmal voll aufs Gaspedal zu treten und die Buchproduktion von Null auf Hundert hochzujagen hat großen Spaß gemacht. Raus aus der Verlagsroutine, rein ins adrenalingeschwängerte Team und gemeinsam etwas zu stemmen, was „eigentlich“ gar nicht zu stemmen ist, gehört eindeutig zu den Highlights des Jobs. Danke Christian, dass du uns so angeregt hast!

Barbara Heinzius / Verantwortliche Lektorin, Goldmann Verlag

Grey

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