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Großes Autorenspecial zur Liebesromansensation: „Ohne ein einziges Wort“

Ohne ein einziges Wort

Hallo! Ich bin Rosie, und ich hoffe, ich habe eine Geschichte geschrieben, die jede Frau
nachempfinden kann: Eine Geschichte über einen Mann, der sich nicht mehr meldet.
Ist mir das selbst schon passiert? Natürlich! Aber das hier ist nicht meine Geschichte. Dies ist die Geschichte einer Frau, die fest davon überzeugt ist, dass dem Mann, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat, etwas zugestoßen sein muss. Der Roman spielt in einem wunderschönen Teil Englands, der Besucher aus der ganzen Welt anlockt. Inmitten der verschlafenen kleinen Dörfer und alten Wollspinnereien, der Wälder, Täler und Felder von Gloucestershire, die einen leuchtenden Teppich aus unzähligen Grüntönen bilden, bin ich aufgewachsen. Und trotz der zahlreichen Besucher ist es ein stiller, abgeschiedener Ort. Ein Ort, der seine Geheimnisse wohl hütet – so wie das in dieser Geschichte. Viel Spaß beim Lesen! Eure Rosie

Ohne ein einziges WortUnd darum geht es

Kann ein Fremder dein Herz brechen?

Stell dir vor, du begegnest einem Mann, einem wundervollen Mann, und verbringst sechs Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Das ist die große Liebe, und es geht ihm ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.

Eine Woche, die alles veränderte von Rosie Walsh

Ich kann es immer noch nicht glauben: „Ohne ein einziges Wort“ erscheint auch in den USA, wo es „Ghosted“ heißen wird. Während ich dies schreibe, habe ich außerdem Verträge in 21 weiteren Ländern auf der ganzen Welt abgeschlossen.

Alles begann an einem trostlosen Donnerstag im Januar. Ich kam gerade aus meinem Pilateskurs und hatte lauter Emails von meiner amerikanischen Agentin auf dem Handy, die von Mal zu Mal aufgeregter klang. „Alle haben sich über Nacht in dein Buch verliebt!“, schrieb sie. „Ab wann kannst du telefonieren?“

Natürlich gab mein Telefon in genau diesem Moment den Geist auf. Die Batterie war leer. Also bin ich kopflos durch Bristol nach Hause zu meinem Aufladekabel gerannt – um die nächsten zwei Tage mit verschiedenen Lektoren in New York am Telefon zu verbringen. Ich habe die ganze Zeit gezittert. Ich habe nicht einen Bissen herunterbekommen. Und ich habe keine Ahnung, was ich ihnen erzählt habe. Ich stand neben mir vor Glück.

Mein Lebensgefährte George befand sich zu dieser Zeit in einem winzigen Dorf an einem Nebenfluss des Kongos. Er drehte dort einen Dokumentarfilm über Wandervölker und ihre Beziehung zum gewaltigen kongolesischen Dschungel. Er schlief in einer Hängematte und hatte kürzlich sein Herz an einen wilden Kurzohrfuchs namens Bongo verloren. Es hat Tage gedauert, bis ich endlich eine knisternde Satellitenverbindung zu ihm herstellen konnte. Bis ich ihm sagen konnte, dass sich unser Leben für immer verändert hatte. (Das Foto unten ist von uns, zehn Tage später, als er gerade wieder in Heathrow gelandet war. Wir saßen im Auto und konnten vor Fassungslosigkeit gar nicht aufhören zu kichern.)

Walsh_Hände

Das Leben eines Autors ist wunderbar und seltsam zugleich. So viele Stunden verbringt man allein, verbringt man schweigend. Nur alle paar Monate bekommt man eine Reaktion auf das Geschriebene, und oft hat man nicht die leiseste Ahnung, ob das eigene Manuskript großartig oder grottenschlecht ist. „Kann ich das überhaupt?“, fragen wir uns so oft. “Macht das überhaupt noch Sinn?”, “Interessiert es irgendjemanden?”

Niemals solltet ihr aufgeben. Denn vielleicht sitzt irgendwann auch ihr an einem trostlosen Donnerstag in euren Pilateshosen auf dem Boden, während eine legendäre Verlegerin euch erzählt, dass sie sich in euer Buch verliebt hat. Vielleicht hört auch ihr den eigenen Herzschlag in den Ohren, während eure Beine zittern und der Mund irgendwie Wörter formt, obwohl es einem doch die Sprache verschlagen hat.

Vergesst nicht, zwischendurch etwas zu essen.

Ohne ein einziges Wort