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Ein Interview mit den Sprechern von „Miss You“

Miss You Schattenspiel

Annina Braunmiller-Jest ist die deutsche Stimme von Bella Swan in den Biss-Verfilmungen. Oliver Wnuk wurde durch seine Rolle in K3 – Kripo Hamburg sowie als Ulf Steinke in Stromberg bekannt. Wir haben die beiden getrennt zu ihren Rollen Tess und Gus sowie zur Arbeit am „Miss You“ Hörbuch befragt, das bei Random House Audio erschienen ist.

Annina Braunmiller-Jest über Kate Eberlen: „Miss You“. Sie liest im gleichnamigen Hörbuch TESS.

 

„Miss You“ von Kate Eberlen erzählt über mehrere Jahrzehnte die Lebensgeschichten von Gus und Tess. Die beiden laufen sich immer wieder über den Weg, aber sie verpassen immer den richtigen Zeitpunkt, sich kennenzulernen. Wie hat Ihnen der Roman gefallen?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich liebe es, wenn Geschichten aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden und man so die Empfindungen mehrerer Charaktere miterleben kann.

Haben Sie als Leser mitgefiebert? Darauf gewartet, dass es bei den beiden endlich „funkt“?

Mitgefiebert auf jeden Fall! Dass es bei ihnen „funken“ wird, war mir von Anfang an klar, weshalb man ihnen so sehr wünscht, dass sie endlich, endlich lange genug stehenbleiben, um mehr als einen Satz miteinander zu wechseln; und nicht sofort wieder mit ihren jeweiligen Leben beschäftigt sind und einfach weitergehen …

Der Roman hat eine ganz eigenen Dynamik, ist abwechselnd aus Tess‘ und Guss‘ Perspektive erzählt. Im Studio nehmen Sie nur „Ihren“ Part auf. Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Ich lese in der Vorbereitung ja das ganze Buch, weiß also, was alles passiert. Dann spreche ich mich mit dem Regisseur ab, um sicher zu gehen, dass meine Figur-Interpretation zur Stimme des Kollegen passt. Schließlich tauchen manche Charaktere in beiden Parts auf, da sollen sie nicht komplett unterschiedlich klingen. Wir haben im Studio extra eine Aufnahme meines Kollegen angehört, so dass ich mich stimmlich ein bisschen an ihm orientieren konnte.

Wie haben Sie die Rolle von Tess angelegt? Welche besonderen Eigenschaften hat Tess?

Tess ist eine sehr bemerkenswerte Figur. Ich konnte ihre Gefühle und ihre Entwicklung sehr gut nachvollziehen. Aber manchmal hätte ich sie gern angestupst und ihr gesagt „Jetzt stell dich nicht so an!“ oder „Mach dir nicht so viele Sorgen!“ und „Du darfst auch mal an dich denken!“. Tess ist durchaus eine starke Frau, aber sie braucht eine Weile, bis sie das erkennt; bis sie anfängt, auch mal etwas für sich zu tun und die Vergangenheit loszulassen. Und vor allem bis sie lernt, das Leben zu genießen und nicht nur Angst vor der Zukunft zu haben.

Ich habe versucht, Tess stimmlich im Laufe des Buches altern zu lassen, schließlich erstreckt sich die Handlung über viele Jahre. Das heißt, am Anfang lese ich mit einer höheren, jüngeren und auch schnelleren Stimme; im Laufe des Buches arbeite ich mich immer mehr in die Tiefe und lasse die Figur reifen. Zumindest hab ich das versucht – wir werden hören, ob das auch geklappt hat.

Welche Stelle im Buch fanden Sie am bewegendsten?

Ich will jetzt nicht zu viel von der Handlung verraten, aber es gibt einen Moment, in dem Tess plötzlich realisiert, dass sie sich das Leben vielleicht schwerer gemacht hat, als nötig. Dass sie zwar stets die besten Absichten hat, dies einen aber nicht vor Fehlern schützt. Diese Stelle ist mir am stärksten im Gedächtnis geblieben, denn ich denke, dass fast jeder diese Entwicklung durchmachen muss – egal wie sehr du versuchst, immer das Richtige zu tun, so einfach ist das Leben nicht …

Oliver Wnuk über Kate Eberlen: „Miss You“. Er liest im gleichnamigen Hörbuch GUS.

 

Der Roman „Miss You“ von Kate Eberlen hat eine ganz eigenen Dynamik, ist abwechselnd aus Tess‘ und Guss‘ Perspektive erzählt. Im Studio nehmen Sie nur „Ihren“ Part auf. Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Tatsächlich habe ich mich hier ausschließlich auf den GUS-Part konzentriert und den TESS-Part „nur“ quergelesen, um mich von ihrer Geschichte und ihrem Ton nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Ich wollte, dass zwei unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Temperamenten aufeinander stoßen. Ich habe mich auch nicht mit der Kollegin abgesprochen und bin schon sehr gespannt, wie die Geschichten und unsere Darstellungen ineinander greifen.

Wie haben Sie die Rolle von Gus angelegt? Welche besonderen Eigenschaften hat Gus?

Guss hat vor kurzem seinen Bruder verloren, zu dem er ein ambivalentes Verhältnis hatte. Andererseits schwingt bei ihm eine gewisse Leichtigkeit mit. Dies fand ich zwei interessante Pole, zwischen denen ich versucht habe, mich zu bewegen.

Gibt es einen Film oder ein Buch, dass Sie an Miss You erinnert?

Ein bisschen erinnert mich die Erzählstruktur an Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ und David Nicholls  „Zwei an einem Tag“.

 Welche Stelle im Buch fanden Sie am bewegendsten?

Die Leidensgeschichte von Tess und der Schluss berührt doch sehr.

1 Kommentare

  1. Sigurd Lüders sagt

    Miss You ist ein wunderbares Buch. Bitte um Mitteilung sobald von
    Kate Eberlen wieder ein Buch erscheint.
    MfG
    Sigurd Lüders

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