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Mein Leseherbst

Leseherbst

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber oft verbinde ich mit Büchern, die ich gelesen habe, bestimmte Orte, Menschen oder sogar Gerüche. Wenn die Tage kürzer werden, habe ich umso mehr Lust zu lesen, und ich erinnere mich an viele kuschelige Lesestunden im Herbst. An diese Bücher hier erinnere ich mich besonders: 

Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger

die_frau_des_zeitreisendenDer Roman lag schon längere Zeit in meinem Regal bis ich vor einigen Jahren endlich die perfekte Gelegenheit hatte. Ich war mit Freunden auf Föhr. Draußen tobte der Wind um unser kleines Reeddachhaus, der Kamin knisterte und ich hatte den Zeitreisenden dabei. Sogar in dieser kleinen Geschenkausgabe, die ihr vielleicht schon mal gesehen habt. Die Seiten sind so dünn wie Bibelpapier und die Buchstabengröße fordern die Augen ganz schön heraus, aber der Roman ist einfach großartig. Ein absoluter Klassiker und auch mehrfach lesenswert.

 

 

Die verborgene Sprache der Blumen von Vanessa Diffenbaugh

Vanessa Diffenbaugh Die verborgene Sprache der BlumenLetztes Jahr saß ich dick eingemummelt draußen im Kaffee und las Die verborgene Sprache der Blumen. Das Buch hat mich umgehauen, muss ich wirklich sagen. Die Atmosphäre, die Stimmung der Geschichte und der Figuren passt für mich perfekt zum Wetter und meiner eigenen Gemütslage und so musste ich den Roman wärmstens weiterempfehlen. Hier findet ihr meine Rezension.

 

 

 

 Markus Werner – Am Hang

MArkus Werner Am hangIch erinnere mich, dass ich diesen recht kurzweiligen Roman ebenfalls im Herbst gelesen habe. Von der Stimmung her passt er irgendwie zu der Jahreszeit. Der Schweizer Schriftsteller erzählt von zwei Herren, die sich scheinbar zufällig begegnen und über ihre Erfahrung mit der Liebe reden. Es ist keine Liebesgeschichte, sondern eher eine lebensnahe und berührende Lebensgeschichte mit einem Hauch Spannung dabei. Ich mag Markus Werner sehr, aber zugegeben nicht gerade Breitbandunterhaltung.

 

 

Janna Hagedorn – Friesenherz

Janna Hagedorn - FriesenherzAuf einer stürmischen Nordseeinsel spielt Janna Hagedorns Friesenherz, obwohl das Cover recht sommerlich aussieht. Zwei Frauen, deren Leben auf ungeplante und zunächst unfreiwillige Weise überschneiden, eine Freundschaft, die beider Leben verändert, und natürlich jede Menge Inselliebe. Ein tolles Paket für Leserinnen, die vor einer steifen Brise nicht zurückschrecken und die auch bei 8 Grad Wassertemperatur noch die Schuhe ausziehen.

 

 

Und zum Schluss noch eine Neuerscheinung die so toll nach Herbst aussieht, dass ich sie eigentlich ungelesen schon empfehlen möchte:

Anne Enright, Rosaleens Fest

Anne Enright rosaleens festAnne Enright ist Gewinnerin des wichtigsten britischen Literaturpreises, dse Booker-Preises. Ich finde das Cover sehr ansprechend, wenngleich es eine recht düstere Geschichte verspricht. Und wenn man den Klappentext liest, könnte diese Vermutung zutreffen:

Rosaleen ist eine Frau, die nichts tut und von den anderen alles erwartet. Sie ist Mitte siebzig, die vier Kinder sind schon lange aus dem Haus. Die Brüder Dan und Emmett sind vor der Enge der irischen Heimat in die Ferne geflohen; das Nesthäkchen Hanna wollte auf den Theaterbühnen der Welt reüssieren, spricht aber nun dem Alkohol zu, und Constance, die Älteste, hat sich selbst verloren. Doch abgenabelt hat sich keines der Kinder. Noch immer versucht jedes auf seine Weise, es dieser besten aller Mütter recht zu machen. Und scheitert.

Da kommt die Einladung zu einem letzten Weihnachtsfest in Ardeevin. Rosaleen möchte das Haus, in dem die Kinder groß geworden sind, das voller Erinnerungen an glückliche Momente und Verletzungen steckt, verkaufen. Die Geschwister reisen mit diffuser Hoffnung auf Versöhnung an – und doch endet es, wie noch jedes Weihnachten geendet hat.

Bestimmt ein beeindruckendes Stück Literatur von einer klugen und scharfsinnigen Autorin, nur vermutlich keine leichte Kost.

 

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