Kolumne
Schreibe einen Kommentar

Man heiratet nicht für sich, sondern für andere!?

Wenn man in einem gewissen Alter ist, dann flattern zum Jahresbeginn zwangsläufig Hochzeitseinladungen und Save-the-Date-Kärtchen ins Haus. Liebevoll gebastelt, gestaltet oder gedruckt sind sie erst der Anfang des nun einsetzenden Wahnsinns: Bastelrunde für die Tischdeko, Auswahl der Lieder für die Kirche, DJ oder Band, Junggesellenabschiede, Torte, Hochzeitstanz, Einlagen der Gäste, oder Einlagen lieber gleich verbieten? Braut und Bräutigam beschäftigen sich Tag und Nacht damit und manchmal auch ihr Umfeld. Und wenn es dann soweit ist, der große Tag ist  da, dann ist es doch gelegentlich ein eher skurriles Schauspiel: Eine völlig verspannte Bridezilla steht in einem sündhaft teuren Kleid in der perfekten Location, verkrampft einen Strauß in der Hand und schaut auf steife Hochzeitsgäste, die alles kritisch beäugen und sich sicher sind, dass sie es bei ihrer eigenen Hochzeit einmal besser machen werden. Wie oft habe ich auf Hochzeiten schon gedacht: „Oh Gott, jetzt chillt Euch doch alle mal!“ Aber könnte man das nicht auch zu uns Hochzeitsgästen sagen? Jeder feiert die Hochzeit, die zu ihm passt. Und während dem einen vor Lachen die Tränen kommen, wenn weiße Tauben oder Luftballons fliegen gelassen werden, finden es andere romantisch. Beide Seiten sollten den Tag genießen, wie er ist und Kleinigkeiten nicht zu viel Bedeutung beimessen, denn ob die Farbe der Tischkarten zu den Vorhängen passt und alle Frauen die gleiche Absatzhöhe tragen, ist nicht entscheidend. Und wer dennoch meint, absolut gechillt die perfekte Hochzeit feiern zu können, der sollte es in die Tat umsetzen. Vielleicht wird auch sie eines Nachts schweißgebadet aufwachen, weil das Einstecktüchlein des Bräutigams nicht zum Brautstrauß passt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.