Autoren, Bücher, Gastbeiträge
Schreibe einen Kommentar

Nelly Arnold über das Schreiben von Liebesromanen

Ohne Mann bin ich wenigstens nicht einsam

Wie kommt man auf Ideen für Liebesromane, wenn man schon ewig verheiratet ist? Die Autorin Nelly Arnold musste schmunzeln, als ihr diese Frage gestellt wurde. Für herzenszeilen.de hat sie sie noch einmal beantwortet – und erzählt von ihren Romanen, ihren Protagonisten und davon, wie viel Spaß es macht, Liebesromanautorin zu sein.

Kürzlich fragte mich jemand: „Woher nimmst du eigentlich die Ideen für deine Liebesromane? Du bist doch schon ewig verheiratet.“ Die Frage fand ich amüsant. Genaugenommen werde ich mit Material geradezu erschlagen. Verwandte, Freundinnen und Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen … es ist doch irgendwie immer jemand auf der Suche nach der Liebe. Interessant dabei ist vor allem, was sie dabei so alles erleben. Und was man da alles erzählt bekommt … Glauben Sie mir, manches will man gar nicht wissen.

Auf meinen ersten Liebesroman Ohne Mann bin ich wenigstens nicht einsam kam ich durch eine Unterhaltung mit einer Freundin. Sie sagte: „Es ist doch furchtbar, wenn man nach einer langjährigen Beziehung wieder alleine leben muss.“ „Quatsch“, erwiderte ich, „richtig furchtbar wäre es, wenn du danach wieder bei den Eltern wohnst.“ Und so entstand die Idee zum Roman: Meine Heldin Lyn ist fast vierzig und steht mitten im Leben, als sie aus heiterem Himmel am sonntäglichen Frühstückstisch von ihrem Mann verlassen wird – und wieder bei ihren Eltern einziehen muss.

Bei meinem zweiten Roman Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück war es ähnlich. Eine andere Freundin stellte sich nach einer gescheiterten Beziehung immer wieder die Frage, ob es denn einen perfekten Mann für sie überhaupt gebe. Und ich dachte: Ja, was wäre eigentlich, wenn es den einen Perfekten für uns gibt – was, wenn der in Australien wohnt? Wie soll man den nur finden? Wenn man ganz außergewöhnliche Wege geht – so wie es Clea, meine Hauptfigur, dann auch ausprobiert …

Mein neues Buch Erst die Ehe, dann das Vergnügen entstand ganz anders. Ich sah mir einen Film an, in dem ein Paar das Ehegelübde erneuert, was wohl ein neuer Trend in den USA zu sein scheint. Ich weiß nicht, wofür das gut sein soll, mir reicht einmal heiraten. Jedenfalls machte ich mir bei der Szene so meine Gedanken und landete irgendwann bei: Wie oft passiert es eigentlich, dass geschiedene Leute sich nochmal versöhnen? Ich kenne nur einen solchen Fall. Mein Verwandter hat sich nach zwanzig Jahren getrennt und nach einem Jahr sind sie wieder zusammengekommen. Deren Ehe ist heute übrigens um einiges besser als früher. Ich verfolgte die Idee weiter, und so entstand der Plot zum Buch.

Die Männer, in die sich meine Protagonistinnen verlieben, sind: warmherzig, tough, verantwortungsbewusst, nachsichtig, witzig und direkt. Es sind keine androgynen Männer mit manikürten Zehennägeln und Facelift. Mischungen im Charakter, mit Ecken und Kanten, speziell … Ich finde generell Menschen mit einem Touch Exzentrik sehr interessant. Meine Protagonistinnen sind starke Frauen, die auch manchmal verunsichert oder schüchtern sein können. Und auch mal falsche Entscheidungen treffen. Wie wir alle eben.

Es ist einfach wunderbar, Liebesromane zu schreiben. Ich leide, lache und weine mit der Protagonistin. Wenn mein Mann ins Zimmer kommt und ich mich am Schreibtisch gerade kringelig lache oder mir eine Träne von der Wange wische, wirkt das wahrscheinlich etwas seltsam auf ihn. Aber wie gesagt, ein bisschen eigenartig darf man schon mal sein ☺

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Nelly Arnold

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.