Gedicht
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Gedanken im November – ein Gedicht

Ein grauer Novembertag

November

Es war von eisklarer, klirrender Leidenschaft,
die Luft erfüllt von rauchigem Zitronen-Melissen-Saft
– und von den Dächern herab
schwebte die Nacht.

Es war die tiefste Stille, die man vernahm.
Der graue Wollmantel machte den Körper schön warm
– doch im Herzen blieb die steinigste Rille,
die in Novembertagen wohl kam.

Es war Spazierengehen durch nie mehr endendes Land,
den geliebten Menschen an der Seite, an der Hand.

Dieselbe bittere Leidenschaft,
dieselbe Luft von Zitronen-Melissen-, manchmal etwas Mandelsaft.
Derselbe Traum schwebt gemächlich von kahlen Bäumen herab.
Und mit ihm – der erste Novembertag.

1 Kommentare

  1. Theresa sagt

    Das Gedicht ist sehr schön. Ich bekomme Gänsehaut beim Lesen (und das nicht wegen des Novemberwetters)! Danke fürs Teilen.

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