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Druckfrisch: Papierherstellung und Umwelt – 5 Mythen

Nach dem schönen Start unserer Herstellungskolumne haben wir heute einen neuen Leckerbissen für euch. Heute zum Thema Recycling in der Papierherstellung und räumen mit ein paar – nicht unumstrittenen – Mythen auf.

Die Infos beruhen auf einem Artikel des großen Papierherstellers HOLMEN, den unsere Kollegin Sabine Müller gefunden hat.

 


 

Papierherstellung und Umwelt – 5 Mythen

von Sabine Müller

Quelle: Holmen Paper (Schweden), einer unserer Lieferanten für Werkdruckpapier.

Mythos 1:

Wahr oder falsch: „Wir holzen Wälder ab, um daraus Papier zu machen“?

Das machen wir nicht, das haben wir noch nie gemacht, das werden wir auch nie machen. Das Faserholz, aus dem Papier hergestellt wird, wird beim Durchforsten gesammelt und stammt aus den Baumkronen oder aus Sägewerksspänen. Bei jeder verantwortungsvollen Forstwirtschaft wird der Wald durchforstet. Dann wächst er schneller und kann effektiver Kohlendioxid speichern. Das Holz, das wir verwenden, ist zertifiziert. So lässt es sich bis zu seiner Quelle zurückverfolgen, und wir können nachvollziehen, dass es auf die richtige Weise gefällt wurde.

 

Mythos 2:

Wahr oder falsch: „Europas Wälder schrumpfen“?

Eher das Gegenteil ist der Fall. Als Besitzer großer Wälder behandeln wir diese mit langfristiger Verantwortung. Deswegen pflanzen wir für jeden gefällten Baum zwei neue. Auf diese Weise hat Holmen dazu beigetragen, dass das Waldvolumen in Schweden heute um 50 Prozent größer ist als noch vor 80 Jahren. In Europa gibt es heute 30 Prozent mehr Waldfläche als in den 1950er-Jahren.

 

Mythos 3:

Wahr oder falsch: „Das gesamte Papier ließe sich aus Recyclingfasern herstellen“?

In Europa werden heute bereits 69 Prozent der verbrauchten Papiere und Kartonagen wiederverwendet. Aber dies reicht nicht aus, um den Rohstoffbedarf zu decken. Eine Papierfaser lässt sich 5- bis 7-mal einsetzen, bevor sie zu Biokraftstoff wird. Für eine ausreichende Rohstoffversorgung sind deshalb frische Fasern notwendig. Zudem benötigen wir diese für Papierqualitäten, die sich nicht aus Recyclingfasern herstellen lassen.

 

Mythos 4:

Wahr oder falsch: „Die Papierherstellung zerstört die Umwelt“?

Jede Industrie wirkt auf die Umwelt, so auch unsere Branche. Natürlich halten wir uns an alle Vorschriften und Gesetze, aber wir beschäftigen uns auch aktiv mit Energiefragen. Heutzutage versorgen wir uns zu 30 Prozent selbst mit erneuerbarer Energie (Wasserkraft, Windkraft und Biokraftstoff), und wir nutzen die Energie stetig effektiver. So konnten wir den Ölverbrauch in unseren Werken seit 2006 mehr als halbieren – aber hier ist das Ziel noch lange nicht erreicht.

 

Mythos 5:

Wahr oder falsch: „Elektronische Kommunikation ist umweltfreundlicher“?

Das kann man leicht annehmen. Aber das Internet hinterlässt in der Umwelt deutliche Spuren. Auf YouTube werden Tag für Tag zwei Milliarden Videos gezeigt; das entspricht einer Kohlendioxidemission von 4 000 Tonnen – täglich. Inzwischen stammen zwei Prozent der globalen Kohlendioxidemissionen von Serverhallen überall auf der Welt – genauso viel, wie der Luftverkehr dazu beiträgt.

Ein PC produziert zwei Prozent der jährlichen Kohlendioxidemissionen eines Haushaltes, also 495 kg pro Jahr. Die Post, die ein Haushalt erhält, trägt hingegen nur mit 0,1 Prozent zu seinen Emissionen bei, was eine Menge von nur 14 kg pro Jahr ergibt.

 

 

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