Alle Artikel mit dem Schlagwort: Alltag

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Hast du keinen Friseur, dem du das erzählen kannst?

Neulich sagte eine junge Kollegin: „Ich hasse Friseure!“  Interessiert schaute ich auf ihre schönen langen naturblonden Haare und fragte nach dem Grund: „Ach, die können es doch nie richtig, und dann muss ich noch so viel dafür bezahlen.“  Recht hat sie, dachte ich und erinnerte mich an damals, als die Friseurin mir den Pony so kurz schnitt, dass ich eine Woche nicht in die Schule gehen konnte. Seitdem bin ich nirgends so kleinlaut wie beim Friseur. Ich fühle mich schon schlecht, wenn ich beim Eintreten diese Mischung aus Shampoo und Föhnluft rieche. Auf das freundliche „Na, was machen wir denn heute?“ von Inga kann ich nur meinen zu Hause geprobten Text erwidern: „Nicht zu kurz, bitte, und den Blondton diesmal nicht zu hell“. Ich merke, wie Inga ein falsches Lächeln aufsetzt, und versuche zu erklären, dass der Schnitt letztes Mal gut, aber eine Spur zu kurz war und dass ich vielleicht zu alt für das Dotterblond bin, das die nachwachsenden grauen Haare nur noch grauer erscheinen lässt. Es hilft nichts, sie lächelt weiterhin und findet …

Männer im Sommer

Endlich Ferien – von wegen

Hier in München war es schon so richtig heiß, fast vier Wochen Hitze pur, nur wenige kühle Nächte sorgten dafür, dass das Gehirn wieder auf Betriebstemperatur kam. Gerade macht die Sonne mal hinter den Wolken Pause, aber der August wird wieder schön mollig. Den meisten Kollegen scheint das nichts auszumachen, denn sie haben ja bald URLAUB. Sabine ist schon nach Dänemark geflogen und Uschi freut sich auf Italien (Liege 6, Reihe 15, an der Adria). Toll, denke ich und verfluche mich, dass ich bereits Ende Mai drei Wochen freinahm. Was damals eine gute Idee war, erweist sich heute als totaler Quatsch, denn nun kann ich schuften, während alle anderen in die Fluten springen. Neid kenne ich bisher nur, wenn eine Frau einen Porsche fährt, dass Kollegen Ferien machen, gehörte bislang nicht auf meine schwarze Liste. Nun vergeht kein Tag, an dem ich nicht genervt mit den Augen rolle, wenn es wieder heißt „Ich bin dann mal weg“. Ich könnte direkt mit meinen Stöckelsandalen angreifen, stattdessen flöte ich „Erhol dich gut …“. Noch sechs kurze Wochen, …