Kolumne
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Shanti!

Seit zwei Wochen sitze ich wieder am Schreibtisch. Der Sommerurlaub ist vorbei, der Herbstwind weht durch München, die Buchmesse naht. Und ich? Bin immer noch tiefenentspannt. Zu verdanken habe ich das meiner Freundin, die mich überredet hat, sie in den Yoga-Urlaub zu begleiten. Und zwar nicht auf Bali, nein, ins Allgäu. Ins Familien- und Rentnerparadies samt Kuhglocken, Käse, Bergfanatikern und Frauen im Dirndl. Ich habe schon aufregendere Urlaube gebucht. Tapfer erzählte ich den Kollegen von einem „Yoga-Retreat in den Bergen“, um wenigstens das Wort „Allgäu“ zu vermeiden. Und blickte auch mit ein wenig Sorge auf die Woche: Aufstehen um sieben Uhr, um direkt zur Bewegung anzutreten – und das in den Ferien? Urlaub in der Gruppe, womöglich mit lauter Veganern und Gesundheitsfanatikern, die nur ayurvedisches Heilwasser trinken und wahrscheinlich nicht einmal ein Glas Wein am Abend? Während meine Freundin freudig ihre bequeme Kleidung und Wollsocken in ihren Wanderrucksack packte, schmuggelte ich mir eine kleine Flasche Rotwein in den Koffer – nur um sie bei meiner Rückkehr unangetastet wieder auszupacken. Nicht nur, dass es in unserem großartigen Hotel leckerste Bio-Weine gab. Nein, ich war jeden Abend – nach vier Stunden Yoga, frischer Luft, Sonne und tollem Essen – so entspannt, dass ich nach einem Kräutertee um zehn Uhr einschlummerte. Meine Freundin saß unterdessen auf der Terrasse, unterhielt sich mit der richtig netten Gruppe noch bis spät in die Sommernacht – und musste mich am nächsten Morgen trotzdem wecken, weil ich so tief schlief wie schon lange nicht mehr. Shanti!

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