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UNSER LIEBLING IM AUGUST – Die Liebe seines Lebens

Lisa Jewell Die Liebe seines Lebens

Ein Sommer oder Urlaub ohne Buch? Nicht mit herzenszeilen.de! Gewinne auf unserem Blog „Die Liebe seines Lebens“ von Lisa Jewell – unser Buchliebling im August.

Oft sieht das Leben unserer Mitmenschen perfekt aus. Doch genauso häufig trügt der Schein. Von mir erhält diesen Monat der Roman Die Liebe seines Lebens von Lisa Jewell die Auszeichnung „Liebling im August“! Warum? Ich kenne einige Familiengeschichten und oft verbergen die Liebsten hinter schillernden Fassaden Geheimnisse, die immer wieder Auslöser für ganz schreckliche Tragödien sind: Verrat, Mord oder Betrug in allen erdenklichen Familienkonstellationen sind gern verwendete Motive.

Aber hier, in diesem Roman, da kriecht das Unglück so leise, so zaghaft aus den Ritzen und verätzt alle Beziehungen – ob zwischen Mann und Frau, Vater und Kind oder neuer Frau und erwachsenem Sohn; das entwickelte für mich beim Lesen einfach einen anderen Sog. Ich begleitete einen Mann, der eben auch Vater ist und vor den Trümmern seines Lebens steht – und doch findet er am Ende zu sich und seinen Kindern. Das hat mich wirklich bewegt.

Lieber Daddy,

ich möchte, dass du wieder glücklich bist. Ich möchte, dass du dir die Haare schneiden lässt. Ich möchte, dass du aufhörst, mir Schlittschuhe zum Geburtstag zu schenken. Schenk mir lieber etwas Überraschendes, das du dir selbst ausgedacht hast. Ich möchte wieder Teil einer normalen Familie sein, so wie sie es vorher war. Ich möchte, dass wir wieder Tomatensuppe mit Brot zusammen essen, die ganze Zeit, nicht nur einmal die Woche. Ich möchte, dass du morgens wieder unten in der Küche sitzt. Ich möchte dir alle meine Träume erzählen, bis ich zu alt dazu bin.

Ich hab dich lieb. Pearl

Kurz zur Story: Jewells Geschichte dreht sich um den 48-jährigen Protagonisten Adrian, der sich gleich zu Beginn des Romans mit dem tragischen Tod seiner Ehefrau Maya konfrontiert sieht. Das bisher so intakte Leben des Londoner Architekten bricht  auseinander – aber, und das ist für mich die besondere Stärke des Buches, Adrian kann es auch wieder zusammenfügen. Allerdings muss er dafür ganz schön „bluten“ – keine Angst, nur im übertragenen Sinne.

Lisa Jewell Die Liebe seines Lebens

© Limes Verlag

Die Hintergründe: Vor kurzem hat Adrian Maya geheiratet – der Start in seine dritte Ehe. Mit den beiden ersten Frauen Susie und Caroline hat er insgesamt fünf Kinder. Cat und Luke sind bereits erwachsen, während Otis, Pearl und Beau noch die Schulbank drücken. Trotz großer Patchwork-Familie scheinen alle gut miteinander auszukommen. Doch plötzlich zerreißt ein schrecklicher Unfall das vermeintliche Idyll: um drei Uhr morgens stürzt Maya in London vor einen Bus und stirbt. Es stellt sich heraus, dass sie stark alkoholisiert war und laut einer Zeugin, traurig und geradezu verzweifelt gewirkt hat.

 

Völlig aus der Bahn geworfen und traumatisiert stellt Adrian fest, dass ihm plötzlich kaum ein Mensch zur Seite steht. Seine ehemaligen Frauen und Kindern reagieren eher kühl – und er beginnt sich zu fragen, ob Maya wirklich glücklich mit ihm war und die Menschen in seinem Leben es aktuell sind. Als Adrian herausfindet, dass Maya anonyme E-Mails erhielt, die bedrohlich und zutiefst verletzend waren, beginnt er nachzuforschen … Doch seine verstorbene Frau war nicht die Einzige, die ihm ihre Gedanken und Gefühle vorenthielt. Vor allem seine beiden erwachsenen Kinder Cat und Luke fühlten sich stets von ihrem Vater vernachlässigt. Über das Leben der drei Jüngeren Otis, Pearl und Beau weiß Adrian schon längst nicht mehr Bescheid. Es wird immer klarer, dass Maya diejenige in seinem chaotischen Leben war, die das wacklige Familien-Konstrukt vor dem Einsturz bewahrte. Denn sie bastelte einen Kalender mit allen Unternehmungen und Geburtstagen, kommunizierte mit den Exfrauen Susie und Caroline und kümmerte sich um die Organisation von Familienurlauben. Erst jetzt wird Adrian klar, wie überfordert seine Frau gewesen sein muss und wie wenig Eigeninitiative er selbst bewiesen hat. Doch mit dieser Einsicht allein ist es nicht getan. Nach und nach deckt er weitere erschreckende Tatsachen auf, denen er sich stellen muss. Als dann auch noch Otis verschwindet, müssen Adrian und seine Familien trotz vergangener Fehler beweisen, dass sie in schlimmen Zeiten zusammenhalten …

Ich habe Die Liebe seines Lebens als einen Roman unserer Zeit gelesen: eine Zeit, in der Menschen oft auf das Leben der anderen blicken und dieses als perfekt wähnen. Doch Schein und Sein klaffen meist auseinander. Am Beispiel von Adrian wurde mir bewusst, dass sein Familien-Konstrukt nach außen hin funktionierte und ihm dieser Umstand ausreichte, um zufrieden zu sein. Beim Lesen fragte ich mich: „Betrachte ich mein Leben vielleicht auch aus ähnlicher Perspektive? Puh, dann sollte ich aber schleunigst die Menschen in meinem engsten Umfeld etwas näher in Augenschein nehmen!“ Denn erst als Adrian Maya verliert, wird ihm seine Lebensillusion bewusst. Lisa Jewell gibt eindeutig  Denkanstöße und fordert ihrer Leser auf, das eigene und das Glück der Liebsten ehrlich auf Schein oder Sein zu überprüfen.

Seid ihr neugierig geworden? Dann macht bei unserem herzenszeilen.de-Gewinnspiel mit. Drei von euch dürfen sich auf ein Buch freuen. Um zu gewinnen, schrei  bzw. kommentiert bis zum 17. August 2016 auf unserem Blog, wem ihr zuletzt ein Geheimnis anvertraut habt. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Ich wünsche euch viel Glück – und viel Freude beim Lesen!

10 Kommentare

  1. Rose sagt

    Vielen herzlichen Dank. Mein Buchgewinn ist bei mir eingetroffen und steht schon in den Lese-Startlöchern.Das Cover ist im Original noch schöner als auf der Abbildung. Ich freue mich auf ein gefühlvolles und brillantes Lesevergnügen.
    DANKE!

  2. Margareta Gebhardt sagt

    Hallo ,

    ich habe in letzte Zeit kein Geheimnis anvertraut .
    Ich spreche mit meinem Mann wenn ich ein Problem
    habe oder wenn etwas wichtig ist .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt

  3. Marion sagt

    Vielen Dank für diese Buchvorstellung. Das klingt richtig gut und ich würde es gerne lesen!
    Ich habe in der Vergangenheit schon zu oft schlechte Erfahrungen gemacht, um anderen Menschen Geheimnisse anzuvertrauen. Und deshalb sind es auch nur „kleine“ Geheimnisse, die ich weitergebe. Zuletzt an meine Tochter, auf die ich mich wirklich verlassen kann!

  4. Astrid G. sagt

    Der Roman hört sich richtig gut an. Deshalb versuche ich mein Glück.
    Wenn es ein Geheimnis ist, dann erzähle ich es nicht weiter.
    Meinem Freund könnte ich es erzählen, wenn es mich zu sehr bedrückt.

  5. Rose sagt

    Geheimnisse sind bei mir eher selten, da ich ein sehr offener Mensch bin.
    Aber vor einiger Zeit habe ich meiner Schwester ein Geheimnis anvertraut. Ich weiß, dass sie es nicht weiter erzählt und es auch wirklich für sich behält.

  6. Beate Rogge sagt

    Ich habe meiner Freundin Barbara als letztes ein Geheimnis anvertraut. Da wir schon über 37 Jahre befreundet sind, weiß ich, dass ich ihr alles anvertrauen kann.

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