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Vier Fragen an Sarah Armstrong

Sarah Armstrong

Habt Ihr schon reingelesen in den großartigen Roman von Sarah Armstrong? Wenn ja, dann habt Ihr Euch vielleicht auch gefragt, an welchen Pool die Autorin beim Schreiben gedacht hat? Es war dieser hier:

pool

Neben dem Foto hat uns die Autorin auch Antworten auf unsere vier wichtigsten Fragen geschickt. Viel Vergnügen beim Lesen!

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Roman Nachts schwimmen gekommen?

Vor einigen Jahren las ich einen Zeitungsartikel über einen Mann aus Sydney, der zwei Familien gleichzeitig hatte (und aufflog!). Dann hörte ich von zwei ähnlichen Geschichten, und ich fragte mich, wie diese Menschen sich wohl in solch eine Situation gebracht hatten: War das geplant? Oder ist es einfach passiert und sie haben es nicht geschafft, wieder herauszukommen? Mich interessierte auch, wie sie das Ganze vor sich selbst rechtfertigten und wie sie das managten, ohne dass ihnen jemand auf die Schliche kam (zumindest eine Weile lang). Als ich mit der Arbeit an meinem Roman begann – und Freunden erzählte, worüber ich schrieb –, war ich sehr überrascht, wie viele Leute so ein Szenario kannten.

Es scheint das Schicksal zu sein, das den verheirateten Quinn und Rachel zusammenbringt. Haben wir unsere Entscheidungen nicht selbst in der Hand?

Die Frage, ob wir keinen Einfluss darauf haben, was in unserem Leben passiert, hat mich schon immer beschäftigt. Wir können sicherlich nicht alles kontrollieren. Aber ich denke, dass es oft in unserer Macht steht, Situationen zu beeinflussen, indem wir uns klarmachen, was wir wollen, und viel dafür tun. Dennoch geschehen manche Dinge scheinbar zufällig – ob im Guten oder Schlechten. Und dann haben wir die Wahl, wie wir darauf reagieren. Quinn hat die Wahl zu handeln, als ihm bewusst wird, dass er sich in Rachel verliebt hat. Ich glaube nicht, dass wir nur für einen Menschen bestimmt sind, sondern dass es auf dieser Welt viele Menschen gibt, in die wir uns verlieben können.

Heißt lieben, immer die Wahrheit zu sagen? Um diese Frage dreht sich Ihr Roman. Was denken Sie persönlich darüber?

Das ist eine sehr interessante Frage. Sollen wir unserem Partner davon erzählen, wenn wir uns von jemand anderem angezogen fühlen? Wenn wir mit jemandem flirten? Oder uns vorstellen, unsere Ehe aufzugeben? Was, wenn wir fremdgeküsst haben? Ich vermute, die meisten Leute würden all dies nicht erwähnen. Aber ich denke, je ehrlicher man sein kann, umso besser. Wenn es gelingt, offen über die Beziehung zu sprechen, ohne den anderen verletzen oder bestrafen zu wollen, baut das eine große Intimität auf. Ich versuche, meinem Mann die Wahrheit zu sagen – egal, ob sie schmerzhaft ist oder nicht. Er ist besser darin als ich, in Beziehungsdingen völlig ehrlich zu sein – und es ist nicht immer einfach, gewisse Dinge zu hören. Doch nach so einer Diskussion fühle ich mich ihm immer näher.

Welche Ihrer drei Hauptfiguren würden Sie gerne kennenlernen – und warum?

Mir kommt es so vor, als würde ich sie alle kennen! Ich kann sie mir vorstellen und mich in sie hineinversetzen, in ihre Gedanken und Gefühle. Eigentlich kenne ich sie besser als alle Menschen in meinem Leben. Alle drei Protagonisten meines Romans haben etwas von mir – Rachel meine Bodenständigkeit, meine Liebe zur Gartenarbeit und meinen journalistischen Hintergrund. Marianna hat meine Sehnsucht nach einem Kind, die Erfahrung mit künstlicher Befruchtung und meine Gedanken übers Muttersein. Und Quinn einige meiner Sichtweisen auf die Welt und meinen Wunsch, als die Person gesehen zu werden, die ich wirklich bin. Doch trotzdem sind sie alle drei ganz eigene Persönlichkeiten.

 

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