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Vier Fragen rund ums E-Book

Sabine

Wo kann man eigentlich E-Books kaufen? Und was ist überhaupt so spannend am elektronischen Lesen? Auf unserem Blog geht es heute um E-Books – im Interview mit Sabine Landes, Expertin für elektronisches Publizieren.

Liebe Sabine, du bist in den Verlagen Heyne und Diana für alles zuständig, was mit E-Books zu tun hat. Was findest du so spannend an E-Books?

Ganz verschiedene Aspekte: Einmal, dass es sich um ein neues Medium handelt, das im Arbeitsalltag, in der Buchbranche aber auch bei den Lesern neue Fragestellungen aufwirft. Mit E-Books zu arbeiten heißt auch, sich immer wieder auf unbekanntes Terrain zu begeben. Denn obwohl es ja jetzt schon seit einigen Jahren E-Books gibt, ist der Markt noch jung und entwickelt sich ständig weiter. Deswegen kommen immer wieder neue Themen auf den Tisch, die man so noch nicht gehabt hat und für die es noch keine Musterlösung gibt. Es ist spannend, bei dieser Entwicklung dabei zu sein und zu beobachten, wie Technik und Lektüre aufeinandertreffen. Genauso spannend sind auch die Diskussionen rund ums E-Book. Mich erstaunt immer wieder, wie intensiv und emotional LeserInnen entweder das gedruckten Buch oder das E-Book verteidigen – als gäbe es nur eine richtige Art, Text zu rezipieren.

Wenn ich ein Buch kaufen will, gehe ich in die Buchhandlung. Wo kaufe ich am besten E-Books?

Das kommt ganz darauf an, welches Lesegerät man benutzt. Wer ein Kindle-Gerät hat, kauft in der Regel bei Amazon ein. Wer Apple-Fan ist, bezieht seine Lektüre am einfachsten über den iBookStore und wer einen Tolino sein eigen nennt, stöbert und kauft wahrscheinlich bei Thalia, Weltbild, Hugendubel oder einer kleineren Buchhandlung. Wer ein E-Book will, geht also in der Regel auch zu einem Buchhändler, nur eben digital. Das ist das Schöne an E-Books. Es ist Wochenende, vielleicht Samstagabend oder Sonntagnachmittag, und man hat spontan den Wunsch, dieses ganz bestimmt Buch zu lesen. Auf ein gedrucktes Buch müsste man mindestens bis Montag warten, das E-Book kann man sofort im Onlineshop seines Vertrauens kaufen und mit der Lektüre starten. Was manche nicht wissen: Neben den bekannten Onlinehändlern für E-Books wie Amazon, Apple, Kobo, Google und den größeren Ketten wie Thalia, Weltbild usw. bieten auch sehr, sehr viele kleine Buchhändler E-Books an. Die Chancen stehen sehr gut, auch beim Lieblingsbuchhändler mit dem hübschen Laden um die Ecke außerhalb der Ladenöffnungszeiten ein E-Book zu kaufen – nur eben in dessen Online-Shop. Es gibt übrigens auch Buchhändler, bei denen man auch direkt im Laden E-Books kaufen kann.

Glaubst du, dass sich Lesegewohnheiten durch E-Books verändern?

Ja, auf eine gewissen Weise tun sie das bestimmt, und damit meine ich jetzt an erster Stelle gar nicht unbedingt inhaltlich, sondern alltagspraktisch: z.B. in Bezug auf Leseorte und Lesehaltung. Jeder, der schon einmal einen Achthundertseiter liegend gelesen hat, weiß, wie unhandlich und schwer so ein Buch sein kann. Vielleicht habe ich einfach noch keinen guten Trick gefunden, wie man das macht, ohne Arm-, Schulter- und Nackenschmerzen zu bekommen (außer vielleicht härteres Lesetraining), aber ich habe immer nach kurzer Zeit aufgegeben und dann doch im Sitzen gelesen. Das ist jetzt mit dem E-Book-Reader anders: Mit dem lässt es sich problemlos Stunden lang auf der Couch liegen und einhändig „umblättern“, ohne beim Seitenwechsel den Kopf oder den Arm verdrehen zu müssen. Auch beim Essen lesen ist mit einem Lesegerät viel einfacher als mit einem Buch. Und viele Leute, die unterwegs sind, packen anders: Statt ein oder sogar mehrere schwere Bücher in eine eh schon viel zu schwere Tasche zu stecken, nehmen sie den leichteren Reader mit. Und: Lesen in der Öffentlichkeit wird durch E-Books anonymer – es kann nicht mehr jeder sehen, welches Buch man da gerade in der Hand hat. Es fällt LeserInnen entsprechend leichter, Titel, die man früher zu Hause gelassen hätte, jetzt auch in der U-Bahn zu lesen.

Liest du auch gedruckte Bücher?

Ja, natürlich. Für mich steht immer der Text, die Geschichte selbst im Mittelpunkt. Bin ich neugierig auf sie, spielt es für mich gar keine besonders große Rolle, ob ich sie digital oder auf Papier lese. Stoße ich z. B. im Bücherregal bei Freunden oder im Laden auf ein gedrucktes Buch, das mich sehr interessiert, dann leihe ich es aus oder kaufe es spontan. Auch, wenn ich einen Text schon kenne und er mir besonders am Herzen liegt, habe ich ihn gerne als Buch im Regal stehen.

Vielen Dank, Sabine!

2 Kommentare

  1. Ich finde, ebooks liest man anders als gedruckte – auch wenn ich meinem amazon fire sehr dankbar bin, dass ich Urlaubsübergepäck nun nicht mehr auf Bücher zurückführen muss, finde ich, dass ich so erstandene Bücher schneller weglese und mich weniger an Inhalte erinnere.

    • Carolin sagt

      Danke für deinen Kommentar, liebe Franziska. Da bringst du mich richtig ins Nachdenken, ob ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Ich lese ebenfalls gedruckt und elektronisch, mal so, mal so.

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