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Freitagstipp: „Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt“ von Emily Bold

Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt

Ich lese viel, und ich lese gerne, wenn auch am liebsten eher etwas abgedrehtere Sachen. Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt wäre normalerweise die Art Buch, die ich dann lese, wenn meine Freundinnen romantischen Rat von mir brauchen: Eine kitschige Liebesgeschichte, die so zuckersüß ist, dass man davon Karies kriegt. Aber dennoch hat dieser Roman der fränkischen Autorin Emily Bold, der bei Amazons hauseigenem Romantikverlag Montlake Romance erschienen ist, etwas an sich, dass ihn leicht verdaulich und gut bekömmlich sein lässt: eine bittersüße Nebenhandlung, die einen zu Tränen rührt, ein luftiges Happy End, und eine bodenständige und aussagekräftige Botschaft über Liebe und Herzenswünsche.

Grundsätzlich geht es in der Geschichte um Amy Bishop, die die Pralinenfabrik ihres Großvaters geerbt hat, und damit einen Haufen Ärger, Denn aufgrund von Geldsorgen hatte Amys Großvater Anteile an seiner Firma an die „Sugar-Tale-Corporation“, einen riesigen Süßwarenkonzern, verkauft. Eben diese Corporation droht jetzt den kleinen Betrieb zu übernehmen, weil er nicht genug Profit abwirft, und sendet den Wirtschaftsberater Ryan Scandrik, um rapide Änderungen in den gewohnten Strukturen des Familienbetriebs durchzusetzen. Amy widersetzt sich dem zwar äußerst attraktiven, aber gefühlskalten und berechnenden Scandrik, wo immer sie kann. Doch all ihre Pläne, die Firma vor der Übernahme durch Scandriks Auftraggeber zu schützen, scheinen aussichtslos. Zu allem Überfluss verliebt sie sich auch noch in diesen unmöglichen Kerl. Sie sucht Rat bei Kendra, einer Freundin ihres Großvaters. Doch was Amy bis dahin nicht weiß: Auch Kendra hat einst ihre Liebe für die Firma geopfert …

Während die Haupthandlung mit Amy und Scandrik in der heutigen Zeit spielt, sind immer wieder Kapitel eingeschoben, die die Geschichte von Amys Großvater und Kendra vor etwa fünfzig Jahren erzählen: Auch sie waren einst ein Liebespaar, doch der Wunsch, seine eigene Firma aufzumachen, um Pralinen herzustellen, und ihre bedingungslose Unterstützung dabei, riss die beiden schließlich auseinander. Das tragische daran ist besonders, dass Amys Großvater eigentlich nur mit dem Pralinenmachen angefangen hat, um Kendra eine Freude zu bereiten und ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, wenn er ihr jeden Nachmittag eine vorbeibrachte. Doch obwohl es zwischen den beiden am Ende nicht funktioniert hat, bat er Amy, das tägliche Pralinenritual aufrecht zu erhalten, wenn er das eines Tages nicht mehr schaffen würde.

Die Geschichte der Pralinen-Julia und des Wirtschaft-Romeos ist zuckersüß, hinterlässt aber dem ersten Anschein nach einen bitteren Nachgeschmack: Die grundsätzliche Message der Geschichte kann missverstanden werden als „Liebe ist wichtiger als jedwede Träume, die du hast.“ Doch die eigentliche Message ist, dass das Leben manchmal bittersüß ist, man für Träume hart arbeiten muss und manchmal auch aufgeben, verschieben oder von vorne anfangen, und wahre Liebe einen dabei unterstützt. Und auch, dass das Wichtigste in einer Beziehung offene und ehrliche Kommunikation ist, denn hätten Kendra und Amys Großvater richtig miteinander geredet, wäre alles anders gekommen. Und hätten Amy und Scandrik von Anfang an ihre Karten offen gelegt, hätten sich beide jede Menge Streit und Kummer gespart.

Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt

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